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Desolater Haushalt: Siegburg streicht Literaturwochen für 2015

Desolater Haushalt : Siegburg streicht Literaturwochen für 2015

Mehr als eine halbe Million Euro wollen die Stadtbetriebe Siegburg im kommenden Jahr im Bereich Kultur einsparen, um die klamme Haushaltssituation zu verbessern. Das alles soll jedoch laut Vorlage zum Kulturbeirat geschehen, "ohne dass hierbei bestehende Strukturen zerstört werden".

Wenn auch nicht "zerstört", so werden die bisherigen Jahresprogramme der Fachbereiche, für die die Stadtbetriebe zuständig sind, doch zumindest kräftig reduziert: Um insgesamt 527.914 Euro zu sparen, werden unter anderem die Siegburger Literaturwochen, eines der kulturellen Aushängeschilder der Kreisstadt, für 2015 gestrichen und sollen künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Dadurch will die Stadt 16.000 Euro sparen.

Die Kleinkunst wird von neun auf sieben Veranstaltungen gekürzt, wodurch weitere 2000 Euro gespart werden sollen. Die "Begegnung mit dem Ausland" entfällt komplett. Ersparnis: 9600 Euro. In der Rhein-Sieg-Halle, die die Stadt seit dem vergangenen Jahr in Eigenregie betreibt, soll es weniger Eigenveranstaltungen geben, wobei die Verantwortlichen betonen, dass die Auslastung "noch immer deutlich über dem Schnitt früherer Jahre" liegen werde.

Der größte "Sparposten" liegt im Bereich Werbung, Vertrieb und Marketing, wo gut 158.000 Euro weniger ausgegeben werden sollen. Auch im Stadtmuseum gibt es Einschnitte: 2,5 Stellen, die 2015 frei werden, werden nicht wieder besetzt. Statt sieben finden nur noch vier eigenfinanzierte Ausstellungen statt.

Und das Museum wird von sich aus keine neuen Ankäufe tätigen können: Der Etat von 15.000 Euro dafür entfällt. Dafür wird der Eintritt von zwei auf drei Euro erhöht, Kinder und Jugendliche müssen allerdings nichts mehr bezahlen. Die Stadt stellt, um die Erhöhung zu rechtfertigen, die Museen der Großstädte Köln, Bonn und Düsseldorf entgegen, die alle mehr Eintrittsgeld nehmen.

Unter anderem sollen zudem der Medienetat der Stadtbibliothek um 10.000 Euro reduziert und im Bereich Tourismusförderung mehr als 70.000 Euro gespart werden.