„Alleine kannst du nicht gewinnen“ Fußballweltmeister Wolfgang Overath signiert sein neues Buch in Siegburg

Siegburg · Schlange stehen für ein Autogramm: Der Fußballweltmeister von 1974 Wolfgang Overath stellt sein neues Buch in seiner Geburtsstadt vor.

Siegburg:  Wolfgang Overath signiert sein neues Buch
Foto: Paul Kieras

„Der Wolfjang is jo ene Joode“, ist sich ein älteres Ehepaar einig. Das hatte sich wie viele andere Fans in eine nicht enden wollende Menschenschlange eingereiht, um sich das neue Buch mit dem Titel „Alleine kannst du nicht gewinnen“ von Fußballweltmeister Wolfgang Overath in der Siegburger Buchhandlung Thalia signieren zu lassen. Das hat der 80-Jährige zusammen mit WDR-Sportmoderator Sven Pistor geschrieben und mit ihm zusammen in seiner Geburtsstadt vorgestellt.

Siegburg:  Wolfgang Overath signiert sein neues Buch
Foto: Paul Kieras

Locker, lächelnd, geduldig und immer mit ein paar netten Worten an jeden Einzelnen erfüllt das Duo alle Wünsche der Wartenden, und natürlich nimmt es sich auch Zeit für das eine oder andere Selfie. Signiert wird alles, was man den beiden vorlegt. Auch Fotos, alte Eintrittskarten oder Trikots.

Und immer wieder die Fragen von „Wolfjang“ an die zumeist Älteren in der Schlange: „Wie is et“, „Wat mähste“ und „Wie jeht et?“ Händeschütteln, Schulterklopfen. Man kennt sich von früher.

Buchhonorar geht an den Wolfgang Overath Fonds

Überglücklich hält Christin René ihr Exemplar in der Hand. „Das ist für meinen Sohn, der ist totaler FC-Fan“, schwärmt sie und fügt hinzu, selbst aber keine Ahnung von Fußball zu haben. Anders als der 65-jährige Wilfried Walterscheid. „Ich habe als FC-Fan Overaths Karriere immer begleitet und wollte ihn einmal live erleben“, berichtet er. Und Norbert Meiländer zeigt sich fasziniert von Overath als Mensch und nicht nur als begnadeter Fußballer. „Wie er mit den Leuten umgeht, auf sie zugeht und mit ihnen spricht, ist beeindruckend“, findet Meiländer.

Kennengelernt haben sich die beiden Autoren bei der 70-Jahr-Gala des 1. FC Köln, die Pistor moderierte. Später sei der Verlag auf ihn zugekommen und habe ihn gefragt, ob er nicht ein Buch schreiben wolle, erzählt Overath: „Ich hatte erst drei Jahre vorher eins geschrieben und jetzt keinen Bock mehr auf ein neues.“ Aber als man ihm vorgeschlagen habe, das mit Pistor zusammen zu schreiben, habe er eingewilligt, nachdem er mit dem Sportjournalisten gesprochen habe, so der Weltmeister von 1974. Zusätzlicher Anreiz sei das Honorar gewesen, das er komplett an seinen Wolfgang Overath Fonds überwiesen hat, ein Hilfsfonds für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten.

Wahrgewordener Traum

Pistor und Overath war es nach eigenen Angaben wichtig, nicht das x-te Buch über einen Spieler und den Fußball zu verfassen, sondern „raus aus der Routine zu gehen und auch über das Leben und den Tod zu schreiben“. Außerdem habe Overath eine „so spannende Lebensgeschichte“ und man lerne seinen „Wertekompass“ kennen, verrät Pistor. Beide betonen, dass sie sich nicht nur blendend verstanden, sondern auch schätzen gelernt hätten.

In einer Buchbeschreibung heißt es: „Wolfgang Overath ist einer der ganz Großen des Sports. Mit dem Sportjournalisten Sven Pistor verbindet ihn natürlich vor allem die Liebe zum Spiel. In diesem ausführlichen Gespräch über das Leben, Fußball und den Herrgott da oben zeigen sie, dass sie auch in Dingen abseits des Rasens übereinstimmen.“ Der Weg Overaths vom Bolzplatz bis zum WM-Titel klinge wie der wahrgewordene Traum jedes fußballverliebten Kindes. In der Unterhaltung mit Sven Pistor werde deutlich, wie wichtig der nötige Biss für diese Fußballerfolge – und nicht nur dafür – gewesen sei. „Die deutsche Fußball-Legende zieht Parallelen zwischen Disziplin beim Spiel und in allen anderen Lebensbereichen. Auch der Glaube an Gott ist und war immer ein bedeutender Faktor für Wolfgang Overath“ heißt es abschließend in der Rezension.

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