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Siegburger Literaturwochen: Das Programm - Schauspieler lesen Klassiker

Schauspieler lesen Klassiker : Das ist das Programm der 41. Siegburger Literaturwochen

Die Stadt Siegburg hält auch in Corona-Zeiten an ihren Literaturwochen fest. Deren 41. Auflage präsentiert im November ein abgespecktes Programm mit namhaften Künstlern. Pro Lesungen dürfen indes nur 80 Besucher dabei sein.

Das „Plus“ ist geblieben. Gewissermaßen als Reminiszenz an den Erfolg des im vergangenen Jahr neu aufgelegten Konzepts. Mit einer Symbiose aus Literatur und Musik warten auch die 41. Siegburger Literaturwochen auf. Deren Programm steht indes ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. Lediglich 80 Zuschauer dürfen an sechs Abenden im Stadtmuseum dabei sein, wenn Literatur Licht in dunkle Novemberabende bringt. „Wir sind froh und dankbar, dass wir überhaupt etwas anbieten können“, sagte Bibliotheksleiterin Christiane Bonse bei der Programmvorstellung. „Es ist richtig und wichtig, dass wir gerade in diesen Zeiten Literatur anbieten“, begründete Bürgermeister Franz Huhn die Entscheidung, an der Reihe festzuhalten.

Es sind bekannte Schauspieler, die sich in der Zeit von Donnerstag, 5. November, bis Samstag, 14. November, den Klassikern der Literatur widmen und ihnen ihre Stimme leihen. „Es war schwierig, Autoren und Verlage zu finden, die eine klare Aussage zu einer Lesung machen konnten“, beschreibt Bonse die Probleme bei der Programmgestaltung. Die Autoren seien unschlüssig gewesen, ob sie überhaupt lesen wollen. Die Verlage wiederum, ob sie ihre Autoren auf Lesereise schicken können. „Daher haben wir uns entschieden, ganz andere Literaturwochen ins Leben zu rufen“, sagte Bonse. Man habe nach großen Namen gesucht, die bereit waren unter Corona-Bedingungen auf kleine Bühnen zu kommen.

Keine Lesungen für Kinder und Jugendliche

Und sie haben sie gefunden. Die klassische Literatur ist der rote Faden, der sie miteinander verbindet. Waren es im vergangenen Jahr noch 17 Veranstaltungen, sind es bei der 41. Auflage der Literaturwochen nur sechs. „Es wird keine Lesungen für Kinder und Jugendliche geben“, so Bonse, die den drei Sponsoren dankte, die die Literaturreihe trotz Corona weiter unterstützen. „Uns ist bewusst, dass Corona Anfang November nicht vorbei ist“, sagte Huhn und versicherte, dass alle Lesungen nur unter den dann geltenden Schutzmaßnahmen stattfinden werden.

Eva-Lisa gestaltet während der 41. Siegburger Literaturwochen gemeinsam mit Sascha Tamm einen Slam Poetry Abend. Foto: fotowikinger/fotowinkinger

Schauspieler Matthias Habicht eröffnet den kleinen Lesereigen am Donnerstag, 5. November, im Stadtmuseum mit Heinrich von Kleists Novelle „Michael Kohlhaas“. Aus Tolstois „Die Kreutzersonate“ rezitiert am Folgetag sein Kollege Ulrich Noethen. Violinistin Soyoung Yoon und Pianist Mario Häring spielen dazu Beethoovens gleichnamige Sonate und schlagen damit auch den Bogen zum Beethovenfest und den Resonanzen. Die Österreichischen Salonisten begleiten Peter Simonischeks Lesung aus Joseph Roths „Geschichte vom heiligen Trinker“ (7. November).

Slam-Poetry bringen Sascha Thamm und Eva-Lisa am Donnerstag, 12. November, auf die Bühne. Mario el Toto, bekannt von der Siegburger Poetry-Slam-Reihe „Mutanfall“, moderiert den Abend. „Schreiben Sie mir oder ich sterbe ...“ haben Dana Golombek und Tobias Licht ihren literarischen Abend in Siegburg überschrieben (13. November). Sie lesen aus Liebesbriefen sowie Liebesgeständnisse berühmter Dichter, Philosophen, Königinnen, Maler, Schauspieler, Künstlerinnen, Komponisten und Musen. Clemens Süssenbach begleitet sie am Klavier. Die kurze, stürmische Beziehung zwischen dem Dichter Arthur Schnitzler und der Schauspielerin Adele Sandrock lassen die Schauspieler Angelika und Robert Atzorn zum Abschluss der Literaturwochen am Samstag, 14. November, in Worten aufleben.

Autorensuche gestaltet sich schwierig

Ulrich Noethen rezitiert bei der 41. Siegburger Literaturwoche Tolstois „Die Kreutzersonate“. Foto: Marion von Mehden

„Es wird eine ganz andere Atmosphäre werden“, sagte Bonse. Statt neue Orte zu bespielen, konzentrieren sich die Lesungen auf das Stadtmuseum. Lediglich 80 Gäste dürfen pro Abend in den Saal. „Das ist auch für die Künstler neu, vor einem so kleinen Publikum zu lesen“, so die Bibliotheksleiterin. Die Zuschauer erwarte in jedem Fall ein schöner Abend in intimem Kreise.

Wie berichtet, war es schon in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden, namhafte Autoren für die Literaturwochen zu gewinnen. Deswegen haben Christiane Bonse und ihr Team immer wieder neue Wege eingeschlagen, neue Akzente gesetzt und auch die Wünsche ihres Publikums abgefragt. Dessen Wunsch nach mehr Musik erfüllten sie im vergangenen Jahr, in Kooperation mit Musikschule und Musikwerkstatt. An der wohltuenden Verbindung von Wort und Ton halten sie in Corona-Zeiten fest. Auch für die Bibliothek, die aktuell nur ein reiner Ausleihbetrieb sein könne, seien die Literaturwochen ein Gewinn, sagte Bonse: „Wir freuen uns, dass wir auch wieder eine Kulturstätte sein können.“

Karten gibt es ab September im Stadtmuseum am Markt, in der Tourist-Information am Bahnhof sowie an allen Vorverkaufsstellen. Mehr zum Programm auf www.stadtbibliothek-siegburg.de.