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Spendenaktion für Griechenland: Siegburger sammelt für Waldbrand-Opfer in seiner Heimat

Spendenaktion für Griechenland : Siegburger sammelt für Waldbrand-Opfer in seiner Heimat

Dimitrios Giankou aus Siegburg will den Verletzten in Rafina mit medizinischem Material helfen. Helferteam benötigt einen größeren Transporter.

Angefangen hat alles mit einem Aufruf im Internet. Dass dieser sich so schnell verselbstständigen würde, damit hatte der Siegburger Dimitrios Giankou nicht gerechnet. Vor rund zwei Wochen, am 23. Juli, zerstörten Waldbrände in Griechenland mehrere Orte um die Hauptstadt Athen. Als Giankou mit seiner Familie die Beiträge in den Nachrichten sah, sagte seine Mutter: „Wir müssen etwas unternehmen.“ Daraufhin beschloss Giankou, einen privaten Spendenaufruf in Siegburg zu starten. Schnell reagierten zahlreiche Bürger aus Siegburg und spendeten Kleidung, Kuscheltiere und Spielzeug. Giankou ist durch Siegburg gefahren und hat die Spenden teils persönlich abgeholt. Momentan lagert er sie in seiner Garage. Vollgestellt ist sie fast bis zum Tor, sodass Giankou sein Auto nicht mehr unterstellen kann.

Gedacht sind diese Spenden laut Giankou für die Betroffenen in der Kleinstadt Rafina nahe Athen.Eine Tour nach Griechenland mit dem Großteil der Spenden gab es bereits vor rund zwei Wochen. Über die griechische Gemeinde Brühl hat Giankou viele Kartons und Säcke mit Spenden mit einem Siebentonner in ein Zentrallager in Athen fahren lassen. Jetzt plant Giankou eine zweite Fahrt, die er gerne selbst begleiten möchte. Dafür fehlt ihm allerdings noch das entsprechende Fahrzeug. „Wenn uns jemand einen größeren Transporter zur Verfügung stellen würde, könnten wir sofort losfahren“, sagt Giankou. „Acht bis zehn Tage würden wir ihn brauchen, nach Rafina sind es nämlich 2800 Kilometer.“ Allein für die Hin- und Rückfahrt würde er jeweils ein bis zwei Tage benötigen.

Unterstützung bekommt er von seinen Freunden Janni, Miriam und Philipp, die er während der Spendenaktion kennengelernt hat. Mittlerweile hat Giankou auch vor Ort eine Kontaktperson, die die Spenden in Empfang nehmen wird. „So sind wir sicher, dass die Sachen ankommen“, so Giankou. „Meine Bekannte Heidrun wohnt nur 20 Minuten von Rafina entfernt.“ Gebürtig aus Nürnberg lebt sie bereits seit zehn Jahren in Griechenland und hat Kontakt zu einer Tierschützerin vor Ort. Tiere gingen bei der Berichterstattung völlig unter, meint Giankou. „Das ist ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, denn die Tiere müssen ebenfalls versorgt werden“, sagt er. Von Geld- und weiteren Kleiderspenden sollte abgesehen werden. Denn Kleidung habe er jetzt mehr als genug, sein Keller stehe voll mit Kisten.

„Wir brauchen vor allem Sachspenden wie Brandversorgungsmaterial und Trockenfutter für Tiere“, so Giankou. Die Apotheken vor Ort seien leergeräumt. Deswegen ist Giankou besonders froh über die Spende eines Siegburger Krankenhauses. Einen Karton mit Verbandsmaterial und Salben wie etwa Wund- und Brandsalben sowie Gasen hat das Krankenhaus zur Verfügung gestellt. „Genau so etwas brauchen wir, aber diese eine Kiste ist leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt Giankou. Mittlerweile seien die Brände zwar weitgehend unter Kontrolle, aber die Temperaturen seien immer noch kritisch. „Besonders schlimm sind die Winde in Verbindung mit den hohen Temperaturen“, so Giankou. So schnell wie möglich möchte er den Menschen vor Ort jetzt helfen.

Wer spenden oder die Aktion anderweitig unterstützen möchte, meldet sich bei Dimitrios Giankou per E-Mail an dimitrakis1@web.de.