Radaktionstag „Siegtal Pur“ Siegtal ist 2024 nur noch auf 90 Kilometern autofrei

Rhein-Sieg-Kreis · 2023 feierte die gemeinsame Veranstaltung des Rhein-Sieg-Kreises mit den Kreisen Altenkirchen und Siegen-Wittgenstein ihr Silberjubiläum. In diesem Jahr fällt das Sommerfest „Siegtal pur“ kürzer aus als sonst: Der Kreis Siegen-Wittgenstein steigt aus Kostengründen aus.

Vor allem Radfahrer nutzten auch 2023 das autofreie Siegtal für eine Tour.

Vor allem Radfahrer nutzten auch 2023 das autofreie Siegtal für eine Tour.

Foto: Ingo Eisner

Mehrere zehntausend Teilnehmer haben im vergangenen Jahr noch dokumentiert, wie beliebt „Siegtal Pur“ ist: Bei der 25. Auflage der gemeinsamen Veranstaltung des Rhein-Sieg-Kreises mit den Kreisen Altenkirchen und Siegen-Wittgenstein fuhren sie mit Rad, Pedelecs, Inline-Skates, Liege- und Hochfahrrädern oder Skateboards durch das Siegtal, das dafür zwischen Siegburg und Netphen für den Autoverkehr gesperrt war. Der nächste Termin für „Siegtal Pur“ steht, allerdings endet die Strecke am Sonntag, 7. Juli, bereits nach 90 Kilometern im rheinland-pfälzischen Mudersbach: Der Kreis Siegen-Wittgenstein hat seine Teilnahme überraschend abgesagt.

Als Grund führt die Kreisverwaltung in einer Mitteilung Sparbeschlüsse des Kreistags an, durch die „die notwendigen Mittel zur Durchführung beim Touristikverband Siegen-Wittgenstein nicht mehr zur Verfügung“ stünden. Landrat Andreas Müller entschuldigt sich bei den zwei anderen Kreisen für die kurzfristige Absage, die er mit der späten Verabschiedung des Haushalts für 2024 begründet.

„Gespräche mit der Stadt Siegen als größte an Siegtal Pur beteiligte Kommune in Siegen-Wittgenstein haben gezeigt, dass auch Siegen die benötigten Gelder im laufenden Haushaltsjahr alleine nicht aufbringen kann“, so Müller. Am Ende sei nur die Absage geblieben, die ihm extrem leidtue, „weil sie aus meiner Sicht ein falsches politisches Zeichen in ohnehin schwierigen Zeiten ist.“

Das autofreie Siegtal bezeichnet Müller als „das größte Freizeitsportereignis in der Region“, das Zigtausende auch aus Nordrhein-Westfalen in die Region bis hin zur Siegquelle in Netphen gebracht habe. „Siegtal Pur war auch ein Leuchtturm, mit dem die drei Kreise entlang der Sieg das Siegtal gemeinsam touristisch beworben haben“, sagt der Landrat weiter. Aus dieser Kooperation aussteigen zu müssen, bedauere er zutiefst.

Sein Bedauern darüber bringt auch Müllers Rhein-Sieg-Kreis-Kollege, Landrat Sebastian Schuster, zum Ausdruck. Die Absage habe den Kreis überraschend getroffen, da man sich aktuell in den Vorbereitungen für die diesjährige Veranstaltung befinde. „Wir suchen gemeinsam mit den Akteuren der Region nach Lösungen und werden dazu unterschiedliche Varianten prüfen“, reagiert Rhein-Sieg-Wirtschaftsförderin Regina Rosenstock auf die Absage des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Event fand 1996 zum ersten Mal im Rhein-Sieg-Kreis statt

Im vergangenen Jahr hatten die drei Landkreise noch gemeinsam die Jubiläumsauflage von Siegtal-Pur gefeiert. Da das Event 2020 und 2021 coronabedingt ausgefallen war, begingen sie das Silberjubiläum 27 Jahre nach dem ersten autofreien Siegtal. Wieder waren mehrere tausend Menschen auf den autofreien Straßen im Siegtal unterwegs.

1996 hatte die damalige Siegtal-Tourismus-Kooperation der Kommunen Siegburg, Hennef, Eitorf und Windeck gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis den Aktionstag „Siegtal Pur“ initiiert. Der war anfangs auf eine Strecke von 50 Kilometern zwischen Siegburg und Windeck-Schladern begrenzt. 2003 schloss sich der Kreis Altenkirchen an und erweiterte die Strecke auf seinem Gebiet. Ein Jahr später kam der Kreis Siegen-Wittgenstein dazu. Seitdem waren bei Siegtal Pur jedes Jahr auf mehr als 130 Kilometern von Siegburg bis Netphen die Bundes- und Landesstraßen für den Autoverkehr gesperrt und allen zum Radfahren und Inlineskaten vorbehalten.

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