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Glosse: So gesehen: Singen mit Frau Höpker

Glosse : So gesehen: Singen mit Frau Höpker

Frau Höpker bittet zum Gesang - da bin ich doch dabei. Singen macht glücklich, befreit, sorgt für eine gute Atmung und bringt Freude - für mich alles Gründe, der Bitte Frau Höpkers gerne nachzukommen.

Schließlich macht die in Köln lebende Musikerin das nicht erst seit gestern, sondern ist mit ihrer Idee schon seit 2009 dick im Geschäft. All denen, die nicht bei regelmäßigen Kirchgängen oder aber dem wöchentlichen Besuch im Fußballstadion ihrer Sangeslust frönen, sondern sich stimmlich eher zaghaft in Badezimmern oder Kellern üben, dürfte Frau Höpkers Angebot zupass kommen.

Man geht hin, zahlt zehn oder 15 Euro und los geht's. Meist laut, mal leise wird mitgeträllert, ob richtig oder falsch, keinen stört's. Textprobleme gibt es nicht, denn die Zeilen stehen in großen Lettern auf einer Leinwand. Tonale Vorgaben kommen von der Sängerin am Keyboard, und die passen besonders den weiblichen Gästen - die respektable Zahl der männlichen Sänger muss mitunter improvisieren.

Da inzwischen leicht 300 Leute Frau Höpkers Einladung folgen, bekommt man das Gruppenerlebnis als Beigabe dazu. Gesungen wird alles. Von Abba, über Udo Jürgens (da war Frau Höpker schließlich mal Background-Sängerin) bis hin zum guten alten Volkslied ("Einmal am Rhein "- aber endlich alle drei Strophen, die am Ende fast zu Tumulten führen) sowie weniger bekannten Stücken, die die Musikerin in Brühl im Max-Ernst-Museum ins Programm baute.

Ich staunte nicht schlecht, als ich mich selbst voller Inbrunst singen hörte: "Tante Paula liegt im Bett und isst Tomaten." Nach drei Stunden (mit zwei Pausen) war ich zufrieden, verausgabt und müde. Mein Fazit: Es war herrlich, und ich komme wieder - vielleicht gibt es Frau Höpkers Einladung ja mal im Haus Menden oder im Siegburger Stadtmuseum. Ich bin mir sicher, auch an der Sieg lässt man sich nicht zweimal bitten, wenn Frau Höpker ruft.