Häusliche Gewalt im Rhein-Sieg-Kreis Deshalb schlagen Männer zu – und so lernen sie, es zu vermeiden

Siegburg · Das eigene Heim ist für viele Frauen im Rhein-Sieg-Kreis kein sicherer Ort: 475 wurden im Jahr 2023 zu Hause Opfer von Verbrechen gegen Leben, körperliche Unversehrtheit oder Freiheit. Dabei geht körperliche Gewalt vielfach von Männern aus. Daniel Beck vom SKM hilft ihnen zu verhindern, dass es soweit kommt.

 Um den Ausbruch von Gewalt zu vermeiden, lernen Männer bei Beck, ihre eigenen Warnsignale wahrzunehmen.

Um den Ausbruch von Gewalt zu vermeiden, lernen Männer bei Beck, ihre eigenen Warnsignale wahrzunehmen.

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

In Moment der Wut werden seine Augen ganz groß und die Zähne beißen aufeinander. „Es fühlt sich an wie innerlich kochendes Wasser“, sagt A. Der 34-Jährige möchte seinen Namen nicht nennen, denn er ist nicht stolz darauf, was er getan hat. Am Telefon erzählt er dennoch von dem heftigen Streit mit seiner Verlobten vor einigen Jahren. Dabei fühlt er sich in die Ecke gedrängt und sieht rot. Er schubst seine Verlobte und gibt ihr eine Ohrfeige. „Sie hat geweint, ich habe gesehen, dass sie Angst vor mir hatte, das war kein schönes Gefühl“, berichtet er. Gemeinsam rufen sie die Polizei, die deeskalieren soll. Von ihr wird A. für zehn Tage der Wohnung verwiesen. „Ich habe mich geschämt und nicht mehr geschlafen“, sagt er. Am zweiten Tag nach dem Streit sucht er im Internet nach Angeboten für gewalttätige Männer und stößt auf das Programm „Echte Männer reden“ des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM). So lernt er Daniel Beck kennen.