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Höchster Satz in Troisdorf: So viel Hundesteuer kassieren die Kommunen im Kreis

Höchster Satz in Troisdorf : So viel Hundesteuer kassieren die Kommunen im Kreis

Die Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis legen Sätze für die Hundesteuer unterschiedlich fest. Die Stadt Siegburg kassiert vor allem bei Haltern gefährlicher Hunde.

84 Euro in Lohmar, 120 Euro in Troisdorf – so unterschiedlich sind die Steuersätze sein, mit denen Hundebesitzer in der Region im Jahr 2017 zur Kasse gebeten werden. Wie groß die Spannbreite zwischen den Beträgen sein kann, die die einzelnen Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis verlangen, zeigt sich an der Grenze dieser beiden Städte besonders deutlich. Ob ein Hundebesitzer östlich oder westlich von der A3 wohnt, kann bei der Steuer einen Unterschied von mehr als 40 Prozent ausmachen.

Nicht ganz so teuer wie in der Stadt Troisdorf ist die Haltung von Dackel, Mops oder Pudel in Neunkirchen-Seelscheid (114 Euro pro Jahr) und in Niederkassel (111 Euro). In Siegburg (95 Euro), Hennef und Windeck (beide 96 Euro) liegen die Kosten im Mittelfeld. Günstiger ist es für Hundebesitzer indes in Eitorf (90 Euro) und Lohmar davon. Der Höchstsatz wird fällig, wenn mehrere Hunde gehalten werden: 180 Euro je Hund (bei mehr als zwei Tieren) etwa in Troisdorf und Wachtberg.

Noch weiter auseinander liegen die Unterschiede bei sogenannten Kampfhunden. Während Siegburg mit 1100 Euro für ein als „gefährlich“ klassifiziertes Tier verlangt, müssen Hundebesitzer in Lohmar den gleichen Satz zahlen wie für „harmlose“ Rassen. Damit liegt Siegburg laut dem Bund der Steuerzahler (BdSt) auch in NRW auf einem Spitzenplatz von 224 untersuchten Städten und Gemeinden, hinter Monheim (1320 Euro). Im Durchschnitt müssen Besitzer von Kampfhunden im Kreis rund 670 Euro Steuer abführen. Als gefährlich eingestuft werden Hunde, die im Hundegesetz des Landes auf der Rassenliste stehen. Dazu zählen zum Beispiel Pitbull Terrier oder American Staffordshire Terrier.

Steuerzahlerbund fordert Abschaffung der Steuer

Der BdSt setzt sich für die Abschaffung der Hundesteuer ein. „Sie nimmt auf die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler so gut wie keine Rücksicht“, sagt Heinz Wirz, Vorsitzender des BdSt NRW. Zudem sei der Kontrollaufwand sehr hoch. Die Stadt Siegburg widerspricht. Die Kommune nehme 2017 rund 173 827 Euro an Hundesteuer ein – eine leichte Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren. Kontrollaufwand hätten die Behörden jedoch nicht, da sie keine „Vor -Ort-Kontrollen“ durchführten und stattdessen den Hundebesitzern Steuerehrlichkeit unterstelle. Zudem sei der Verwaltungsaufwand für die Übernahme oder die Löschung eines Falles gering.

Anders macht es etwa die Stadt Troisdorf. Sie hat im vergangenen Jahr eine Hundebestandsaufnahme durchgeführt, bei der Kontrolleure sieben Wochen lang von Haustür zu Haustür gingen, um etwaige nicht angemeldete Tiere zu finden. Die Stadt hat die Steuersätze im Vergleich zu 2016 erhöht. So müssen Halter für einen Hund rund 20 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr, Besitzer von Kampfhunden sogar knapp das Doppelte (bei zwei Tieren). Als Grund nennt die Stadt die Haushaltskonsolidierung und im Fall der gefährlichen Hunde die Eindämmung bestimmter Rassen. In diesem Jahr plant die Stadt keine weiteren Kontrollen. Allerdings fallen nicht für alle Hunde Steuern an. So bleibt ein Vierbeiner aus dem Tierheim in den Kommunen der Region im ersten Jahr von der Steuer befreit. Ebenfalls steuerfrei können Hunde in den meisten Städten und Gemeinden gehalten werden, die dem Schutz und der Hilfe Blinder, Tauber oder anderer Personen dienen.