1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Stadtarchiv in Siegburg: Kai Dieckmann übergibt Dauerleihgabe

Humperdinck-Jahr in Siegburg : Kai Dieckmann übergibt erneut Dauerleihgabe fürs Stadtarchiv

Im Frühjahr war er schon einmal in Siegburg, jetzt hat Kai Dieckmann der Stadt Siegburg erneut eine Dauerleihgabe übergeben: 50 Tagebücher von Engelbert Humperdincks Sohn Wolfram.

50 Tagebücher von Engelbert Humperdincks Sohn Wolfram ergänzen ab sofort die Sammlung des Siegburger Stadtarchivs. Der ehemalige „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann überlässt Humperdincks Geburtsstadt das Konvolut von knapp 50 Jahrgängen aus den Jahren 1933 bis 1983 als Dauerleihgabe. „Ich freue mich, dass die Bücher jetzt da sind, wo sie hingehören“, sagte er bei der Übergabe an Bürgermeister Stefan Rosemann und Stadtarchivar Jan Gerull.

Mit dabei war auch der Verkäufer der Sammlung, Lothar Witte, Enkel von Wolfram Humperdinck. Bei ihm hätten die Bände im Regal gestanden, aber nie die gebührende Beachtung gefunden, „jetzt sind sie im Archiv, wo sie gewürdigt werden“, so Witte. Wolfram Humperdinck war Opernregisseur und in leitender Intendantenfunktion an den Theatern in Leipzig und Kiel tätig. Nach dem Krieg, während seiner Entnazifizierung, wohnte er in Siegburg, arbeitete den Nachlass seines Vaters auf und begann, dessen Biografie zu schreiben, die als Standardwerk der Humperdinckforschung gilt.

„Seine Tagebücher sind eine wichtige Fundgrube nicht nur für die Humperdinck-Rezeption während des Dritten Reiches und in der Nachkriegszeit, sondern auch für das Musikleben allgemein in dieser Zeit“, sagte Gerull. Zudem dokumentierten sie die Bemühungen zum Aufbau einer Humperdinck-Sammlung und eines Museums in Siegburg, was von lokalhistorischer Bedeutung sei und Quellen im Stadtarchiv ergänze.

Witte übergab auch zwei Dauerleihgaben: Ein Schreiben aus dem Jahr 1877, in dem Engelbert Humperdinck die Konditionen als Direktor eines katholischen Lehrerinnenseminars mitgeteilt werden. Und ein Original-Notenblatt eines Weihnachtsliedes von Humperdinck.

Poesiealbum von Humperdincks Schwester

Auf Usedom wurden Diekmanns Interesse an und seine Liebe zu Humperdincks Musik geweckt. Als er dort vor rund 20 Jahren ein Haus kaufte, in dem Humperdinck gelebt hatte, um Musik zu Shakespeares Stück „Sturm“ zu komponieren. Zufällig entdeckte er ein unbekanntes Poesiealbum von Engelberts früh verstorbener Schwester Ernestine, das die Komposition des Klavierstücks „Erinnerung“ enthielt. Diese übergab er der Stadt für die große Humperdinckausstellung im Frühjahr und als Dauerleihgabe.

Ausgewertet werden die Tagebücher nun vom Leiter der Musikwerkstatt Christian Ubber. „Die muss man mit viel Geduld und einer Lupe lesen“, denn die Schrift sei winzig, erklärte Witte.