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Bürgermeisterwahl in Siegburg: Stefan Rosemann ist bereit für den Chefposten

Bürgermeisterwahl in Siegburg : Stefan Rosemann ist bereit für den Chefposten

Stefan Rosemann tritt zum zweiten Mal für die Siegburger SPD als Bürgermeisterkandidat an. Er möchte die Bürger mitnehmen und setzt auf Transparenz.

In den vergangenen sechs Jahren hat er schon einmal üben können, wie es ist, Bürgermeister von Siegburg zu sein. Bei seiner ersten Bewerbung für das höchste Amt der Kreisstadt hatte Stefan Rosemann 2014 gleich 41,6 Prozent geholt und Amtsinhaber Franz Huhn damit viele Stimmen genommen. Der Stadtrat wählte den SPD-Mann anschließend zu einem von drei Stellvertretern Huhns. „Den repräsentativen Part des Amtes habe ich so kennen gelernt“, sagt der 49-Jährige. Auch die Arbeit in einer Kommunalverwaltung kennt der Sozialwissenschaftler: Er arbeitet im Jugendamt des Rhein-Sieg-Kreises. „Nur als Chef der Verwaltung bin ich ein Anfänger“, so Rosemann.

Dafür hat er politische Erfahrung vorzuweisen. Seit zwölf Jahren mischt er im Stadtrat mit, seit 2011 als Vorsitzender des SPD-Stadtverbands. Die Siegburger kennen Stefan Rosemann, der in Kaldauen aufgewachsen ist und dort mit seiner Frau und den beiden Söhnen lebt. Beim Gang über den Markt bleibt er immer wieder stehen für ein kurzes Gespräch. Er engagiert sich in vielen Vereinen, ist etwa Vorsitzender der Handballabteilung im Siegburger Turnverein oder im Vorstand der Bürgergemeinschaft Kaldauen. „Ich habe in den letzten Jahren klar gemacht, wofür ich stehe“, sagt er. Für eine offene und transparente Politik, die die Bürger einbinde, ihnen zuhöre und sie mitnehme. „Es muss schon mehr sein als eine Bürgerinfo“, sagt Rosemann. Er denkt an eine strukturierte Bürgerbeteiligung mit neuen Formaten.

Live-Übertragungen aus dem Stadtrat

Auf die setzen er und seine Parteikollegen auch im Wahlkampf, der in Corona-Zeiten ohne öffentliche Veranstaltungen auskommen muss. „Siegburg lass uns reden“ heißt das Format, in dem sich Rosemann jede Woche online mit Gästen zu unterschiedlichen Themen trifft. „Wir erhalten dafür viel Zuspruch“, sagt er. Neu denken müsse man auch mit Blick auf die Stadtratssitzungen. „Wir müssen in jedem Fall Live-Übertragungen anbieten“, sagt er. Je nach Themenlage könne man mit Sitzungen auch in die Stadtteile gehen.

Über sein sozialdemokratisch geprägtes Elternhaus ist er zur Politik gekommen. Seit 1989 ist er Mitglied der SPD, seit 15 Jahren politisch aktiv. „Ich habe mich über vieles, was in der Stadt passiert, aufgeregt“, erklärt er diesen Schritt. Aus diesem Antrieb sei auch sein Wunsch gewachsen, Bürgermeister zu werden: „Ich habe so viele Dinge erlebt, die nicht in Ordnung sind.“ Das wolle er anders, besser machen und Alternativen aufzeigen. Etwa der Jugend. „Wir müssen sie mit ihren Ideen viel besser einbinden, ihnen auf Augenhöhe begegnen und ihre Probleme ernst nehmen und lösen“, sagt Rosemann. Auch deswegen kämpft er seit Jahren für ein offenes Jugendzentrum in Kaldauen.

Mit Sorge blickt er auf den hohen Schuldenstand, die hohen Steuern und Abgaben seiner Heimatstadt. „Das trifft die Menschen ziemlich schwer“, weiß er. Deswegen möchte er die Bürger entlasten, etwa bei der Grundsteuer B, aber mit Augenmaß. Denn: „Wir haben große Projekte vor uns“, erklärt er mit Blick auf die millionenschwere Sanierung von Rathaus und Schulzentrum Neuenhof – beides für ihn unverzichtbar. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, gebührenfreie Kitas, eine Ausweitung des ÖPNV, Angebote für ältere Mitbürger und die Entwicklung Siegburgs als Einkaufsstadt sind weitere Themen, für die er eintritt und sich in jedem Fall weiter einsetzen wird. Eine Prognose für den Wahlabend fällt ihm schwer: „Es wird so spannend wie noch nie.“