Warnstreiks vor zweiter Tarifrunde Kundgebung von 3000 Telekom-Beschäftigten in Siegburg erwartet

Siegburg · 3000 Telekom-Beschäftigte wollen nach Gewerkschaftsangaben am Montag bei einer Kundgebung in Siegburg der Verdi-Forderung nach zwölf Prozent mehr Gehalt Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaft ruft zu Warnstreiks auf.

 Auch in Vorjahren wurden Telekom-Tarifverhandlungen von Warnstreiks begleitet.

Auch in Vorjahren wurden Telekom-Tarifverhandlungen von Warnstreiks begleitet.

Foto: Andreas Gebert/Archiv

Um ihren Forderungen in der Tarifrunde Nachdruck zu verleihen, ruft die Gewerkschaft Verdi Beschäftigte der Deutschen Telekom in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz am Montag zu Warnstreiks auf. Am Montag und Dienstag verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaft im Parkhotel Kranz in Siegburg. Rund 3000 Telekom-Beschäftigte erwartet die Gewerkschaft am Montagvormittag zu einer Kundgebung in Siegburg.

„Die Arbeitgeber sind bislang überhaupt nicht auf unsere Forderungen eingegangen. Deshalb werden nun die Beschäftigten mit ersten Warnstreiks und der Kundgebung in Siegburg klar machen, dass sie ein Angebot erwarten“, sagte Verdi-Arbeitskampfleiter Pascal Röckert. Verdi fordert für bundesweit rund 70.000 Tarifbeschäftigte eine Entgeltsteigerung von zwölf Prozent, mindestens aber um 400 Euro pro Monat bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten. Die Ausbildungsvergütungen sowie die Entgelte der dual Studierenden sollen um monatlich 185 Euro erhöht werden.

Personalvorständin: Hohe Forderung

„Die Forderung von Verdi ist sehr hoch“, hatte Telekom-Personalvorständin Birgit Bohle zum Auftakt der Verhandlungen gesagt. Sie könne natürlich die Erwartungen der Mitarbeitenden nach höheren Löhnen nachvollziehen – die Lebenshaltungskosten seien ja spürbar gestiegen.

Auf der anderen Seite wirkten Lohnerhöhungen immer in die Zukunft. Da stehe die Telekom vor enormen Investitionen. Stichwort Glasfaserausbau. Das Unternehmen könne gestiegene Kosten nicht einfach auf Kunden abwälzen, denn der Markt sei hart umkämpft. „Also wird es darum gehen, um einen guten und fairen Kompromiss zu ringen, mit dem beide Seiten leben können“, so Bohle. Der Abschluss müsse nicht zuletzt gute Beschäftigung und Ausbildung in Deutschland sichern.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, werden in der Siegburger Innenstadt für die Veranstaltung temporäre Parkzonen für Busse eingerichtet. Diese würden in der Industriestraße, im Bahnweg und in der Händelstraße eingerichtet. Die Industriestraße, zwischen Mahrstraße und dem Holzhandel Schyns, werde während der Parkzeit der Omnibusse komplett gesperrt. Der Bahnweg werde ab der Lindenstraße für den Allgemeinverkehr zu einer Einbahnstraße in Fahrtrichtung Bahnhof Siegburg. Durch die Parkzonen erwartet die Polizei, dass es zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Sie empfiehlt Autofahrern deshalb, die Innenstadt zu meiden.

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