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Corona in der Region: Terminbuchungen in Bonn bereits möglich

Corona in der Region : Terminbuchungen in Bonn bereits möglich

Gestoppte Astrazeneca-Impfungen für Grundschullehrer, Erzieher und Betreuer werden im Kreis Donnerstag nachgeholt. Stadt will Ü80-Jährige aus dem Rhein-Sieg-Kreis impfen.

„Eine chaotische Woche liegt hinter uns“, fasst Landrat Sebastian Schuster am Freitagmittag in der Kreispressekonferenz die vergangenen Tage zusammen. Der vorübergehende Stopp der Impfungen mit Astrazeneca hinterließ auch im Rhein-Sieg-Kreis Spuren und sorgte für jede Menge Verunsicherung bei den Bürgern. 28 500 Anrufe gingen bei der Kreisverwaltung seit Montag ein, 10 000 mehr als in der Woche zuvor. Schuster spricht in diesem Zusammenhang von einem gewaltigen Ansturm und einem großen Fragebedarf. 2500 Impfdosen sind während des Stopps der Astrazeneca-Impfungen liegen geblieben.

Am kommenden Donnerstag sollen bereits 1500 Impfungen für Kita-Angestellte und Grundschullehrer nachgeholt werden, wie Martin Bertram, Leiter des Impfzentrums an der Kinderklinik in Sankt Augustin, erklärt. Am Wochenende darauf sollen weitere 1500 Impfdosen des Sonderkontingents an Betreuer und Erzieher verimpft werden. Auch das Impfen in den sogenannten dezentralen mobilen Impf-Einheiten, die ausschließlich für die Berufsgruppen zuständig sind, wird wieder aufgenommen. Über das Schulamt seien Kitas und Schulen mit den Informationen zu den Nebenwirkungen des Astrazeneca-Impfstoffs ausreichend versorgt worden, so Bertram. Der normale Betrieb im Impfzentrum in der Kinderklinik in Sankt Augustin für die über 80-Jährigen läuft indes von Freitag bis Mittwoch zwischen 14 und 20 Uhr ganz normal weiter. Bisher sind mehr als 60 000 Menschen im Kreis durchgeimpft. 26 580 von ihnen alleine in Sankt Augustin. Damit sind im Rhein-Sieg-Kreis etwa zehn Prozent der Bevölkerung mit Impfstoff versorgt worden. Für den Landrat eine erfreuliche Zahl. Indes steigt die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis weiter an und liegt jetzt bei 82,7. „Wir sind weit von dem entfernt, wo wir einmal waren“, sagt Schuster. Besonders beunruhigend findet er weiterhin den steigenden Anteil der Virusvarianten, inzwischen liegt sie bei 61,6 Prozent und macht damit über die Hälfte der Infektionen aus. Außerdem gibt es in jeder Kommune eine zweistellige Zahl an Infektionen. Troisdorf ist mit 141 registrierten Fällen an der Spitze.

In dieser Woche setzt sich ein Trend fort: Das Infektionsgeschehen verlagert sich laut Aussagen der Kreisverwaltung immer mehr in den privaten Bereich. Das Ausbruchsgeschehen in den Einrichtungen habe man dagegen im Griff, betont Schuster. Derzeit weisen 20 Kitas und 15 Schulen akute Fälle auf. Im ehemaligen Corona-Hotspot Ruppichteroth hat sich die Lage dagegen wieder entspannt. In Absprache mit dem Kreis wollte die Kommune den Präsenzunterricht an Schulen aussetzen, das Gesundheitsamt verweigerte jedoch die Zustimmung. Die Anforderungen, die dazu nötig gewesen wären, habe Ruppichteroth einfach nicht erfüllt.

Im Kampf gegen die Pandemie ist laut Kreisverwaltung die Eröffnung der Schnelltestzentren gut angelaufen. 45 Teststellen sind registriert und wie Schuster berichtet, liegen 30 weitere Anträge vor. „Wir sind da auf einem guten Weg und ständig in Gesprächen.“ Was die Verteilung der Testzentren links- und rechtsrheinisch angeht, sei das Ziel in jedem der 19 Kommunen mehrere Anbieter zu haben. Die Gespräche dazu laufen bereits. „Die Schnelltests in Schulen laufen hingegen schlecht, doch das ist nicht Angelegenheit des Kreises“, so Schuster.

Bei der Verteilung des Impfstoffs hatte der Landrat am Freitagmittag gute Neuigkeiten zu verkünden. Da in Bonn überwiegend jüngere Menschen leben, habe sich die Stadt bereit erklärt, etwa 3000 Menschen aus dem Rhein-Sieg-Kreis zu impfen. Buchungen von Terminen ab dem 29. März sind über das Portal der Kassenärztlichen Vereinigung sind bereits möglich. Auf eine Bestätigung der Landesregierung wird noch gewartet.

In Sachen Datenerfassung beschäftigt sich die Kreisverwaltung jetzt auch mit der Luca-App. „Es wird bald eine große Musterschalte geben, in der die App erklärt und vorgestellt wird. An dieser werden wir auch teilnehmen und sind auf die Empfehlung des Landes gespannt“, so der Landrat. Er macht jedoch auch deutlich, dass die App keine komplette Problemlösung darstellt. Sie misst lediglich die Anzahl der Personen aber nicht deren Abstand zueinander. „In großen Einkaufscentern das sicherlich keine Hilfe, in kleinen Einzelhandelsgeschäften dagegen mitunter schon“, sagt Schuster und weist auf die Nutzung der Corona-Warn-App hin.