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Tischlerinnung Bonn-Rhein-Sieg: Tischler-Azubis stellen Gesellenstücke in Siegburg vor

Tischlerinnung Bonn-Rhein-Sieg : Tischler-Azubis stellen Gesellenstücke in Siegburg vor

Der Chef gab ihnen 100 Stunden frei, dazu investierten sie Wochenenden und Feiertage. Die Möbelstücke, die Auszubildende der Tischlerinnung Bonn-Rhein-Sieg für ihre Gesellenprüfung und den Wettbewerb „Die gute Form“ herstellten, können sich sehen lassen.

Unter dem Titel „Die gute Form“ präsentiert die Tischler-Innung Bonn-Rhein-Sieg im Siegburger Stadtmuseum noch bis Montag 43 Gesellenstücke. Einige Möbel erhielten Belobigungen oder Preise beim gleichnamigen Wettbewerb. Eine Experten-Jury hatte dafür jedes Unikat in Bezug auf Idee, Formgebung und Funktionalität unter die Lupe genommen. Innungs-Obermeister Wilhelm Gießelbach lobte bei der Ausstellungspräsentation am Freitag das hohe Niveau aller Teilnehmer.

„Die jungen Leute suchen sich den Beruf gezielt aus und müssen ein gewisses Standing mitbringen, sonst halten sie es nicht durch“, so Gießelbach. Denn die Anforderungen an die Auszubildenden seien höher als in vielen anderen Handwerksberufen. Er äußerte aber auch die Befürchtung, dass es künftig „aufgrund des demografischen Wandels weniger Auszubildende gibt“.

Hohes handwerkliches Niveau

Innungs-Geschäftsführer Wolfgang Schmeil sprach ebenfalls von einem starken Jahrgang und sehr hohem Niveau der Gesellenstücke. Der Jury sei es nicht leicht gefallen, die Besten auszusuchen.

Bei den Materialien werde „natürliches Massivholz“ immer beliebter, stellte Gießelbach fest. 100 Stunden erhalten die angehenden Gesellen, um ihre Arbeiten zu konzipieren und umzusetzen. Viele investierten aber auch Wochenenden und Feiertage, so Schmeil.

Siegerstück: Ein Schreibtisch

Der Schreibtisch aus Esche und Linoleum von Wettbewerbssieger Manuel Rinke überzeugte die Jury „durch seine feinen handwerklichen Details“, wie es in der Begründung heißt. Den zweiten Platz belegte Felix Kothen aus Neunkirchen-Seelscheid. Sein Sideboard mit Rollladenfront in Nussbaum und Ahorn „nimmt stilistische Anleihen an Möbeln aus den 30er Jahren“, urteilten die Juroren.

Erster Preis für den Eschen-Schreibtisch: Wolfgang Schmeil (l.) und Wilhelm Gießelbach loben die hohe Qualität des Gesellenstücks. Foto: Paul Kieras

Clara Denhoff, die zu den etwa zehn Prozent weiblichen Prüflingen gehört, beeindruckte mit einem Kleiderschrank in Eiche. Die geschlossene Front hat sie in Massivholzleisten aufgelöst und als Clou statt einer Füllung „ein weißes, japanisch anmutendes Papier von hinten aufgeklebt“, so die Beschreibung.

Die traditionelle große Feier mit den neuen Gesellen und ihren Angehörigen gab es diesmal nicht. Am Montag erhalten die Prüflinge in einer kleinen Feier von den Juroren ihre Zeugnisse.

Die Ausstellung „Die gute Form“ ist an diesem Samstag, Sonntag und Montag jeweils von 10 bis 18 Uhr im Stadtmuseum Siegburg, Markt 46, zu sehen.