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Auf dem Faltrad durch den Rhein-Sieg-Kreis: Trotz kleiner Reifen geht's gut voran

Auf dem Faltrad durch den Rhein-Sieg-Kreis : Trotz kleiner Reifen geht's gut voran

In den 70er Jahren waren sie verrufen: Falträder. Immer wieder brachen Rahmen oder Scharniere. Nun erlebt das faltbare Fahrrad ein Comeback. Besonders Pendler profitieren von den Vorteilen des Faltrades. Wir haben im Rhein-Sieg-Kreis getestet, was das praktische Rad wirklich kann.

In den 70er Jahren waren sie verrufen: Falträder. Immer wieder brachen Rahmen oder Scharniere. Nun erlebt das faltbare Fahrrad ein Comeback. Besonders Pendler profitieren von den Vorteilen des Faltrades. Das Faltrad darf nämlich kostenlos in Bussen und Bahnen mitgenommen werden. Eine neue Kooperation des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) NRW mit dem Verkehrsbund Rhein-Sieg (VRS) bietet Falträder bei ausgewählten Händlern der Region zu vergünstigten Konditionen an.

VRS und ADFC bieten das "tern Link" in zwei Modellen an. Ich durfte das Modell Link D71 mit Nabenschaltung testen. Mit 14,4 Kilogramm ist das Fahrrad kein Leichtgewicht. Die paar Handgriffe, um das Fahrrad zusammenzufalten, lassen sich schnell lernen und einfach merken. Doch braucht der Fahrer besonders beim Zusammenfalten des Faltrades immer wieder viel Kraft, da die Hebel sich nur schwer umklappen lassen. Die auf der Homepage versprochenen zehn Sekunden habe ich auch nach mehrmaligem Zusammenpacken nicht erreicht. Das Aufbauen des Rades erwies sich als deutlich einfacher.

Vom Rotter See in Troisdorf ging es auf dem Faltrad zum Troisdorfer Bahnhof. Trotz der kleinen Reifen fuhr sich das Faltrad genauso gut wie ein normales Fahrrad. Erste Unsicherheiten, ob auch alle Hebel und Mechanismen halten, verflogen schnell und nach kurzer Zeit konnte ich die Fahrt genießen. Am Bahnhof angekommen, musste das Fahrrad wieder zusammengefaltet werden. Da am Troisdorfer Bahnhof der Fahrstuhl kaputt war, musste das fast 15 Kilogramm schwere Rad die Treppen hoch und in die Bahn getragen werden.

Der Transport in der Regionalbahn verlief problemlos. Ob im Fahrradabteil oder einfach zwischen den Beinen: Das kleine Fahrrad findet fast überall Platz. "Für mich als Pendler ist ein Faltrad ideal. Mein Modell lässt sich auch ganz einfach zusammenfalten und leicht tragen", sagte Herr Butschek. Täglich pendelt er zwischen Hennef und Köln-Wahn. Auf sein Faltrad möchte er nicht mehr verzichten. Schwieriger wurde der Transport in der vollen Straßenbahn und im Bus. Im Berufsverkehr finden hier kaum alle Fahrgäste einen Platz.

Während die Fahrt mit dem faltbaren Rad wirklich Spaß macht und überraschend komfortabel ist, ist das Umsteigen in Bahn und Bus jedes Mal eine kleine Herausforderung. Das Fahrrad ist selbst im gefalteten Zustand mit 14,4 Kilogramm recht schwer, es lässt sich nur umständlich tragen und das Zusammenfalten wird vor allem dann stressig, wenn in Kürze der Zug einfährt.

Mein Fazit: Das Faltrad lässt sich super fahren und ist vor allem für Pendler eine rentable Alternative, da das Rad in Bussen und Bahnen kostenlos mitgenommen werden kann. Vor einem Kauf sollte man jedoch unbedingt verschiedene Modelle ausprobieren, da sich nicht jedes Faltrad gleich fahren und zusammenfalten lässt.

Weitere Informationen zur Aktion von VRS und ADFC sowie die Liste aller teilnehmenden Fahrradläden gibt es unter www.vrsinfo.de/faltrad.