Kommentar : Unfairer Wechsel

Der Unmut der Siegburger SPD über ihren "Überläufer" Detlef Krause ist nur allzu verständlich. Nicht nur deshalb, weil der 57 Jahre alte Kommunalpolitiker einfach so zur CDU gewechselt ist.

Er hat sein Mandat über die SPD-Liste bekommen und nimmt es nun auch noch mit zur politischen Konkurrenz. Alle diejenigen, die Krause gewählt haben, dürften sich jetzt schon fragen, warum sie dem SPD-Mann überhaupt ihre Stimme gegeben haben.

Gut, das waren mit 22,7 Prozent jetzt nicht die Massen. Aber fast einem Viertel aller Brückberger Wähler wird es, von Ausnahmen abgesehen, sicher nicht egal sein, welcher Partei der Kandidat ihres Vertrauens denn angehört.

Es ist schon ein merkwürdiges Demokratieverständnis, das Detlef Krause da an den Tag legt. Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass der Kommunalpolitiker schon länger mit dem Gedanken spielt, der SPD den Rücken zu kehren. Fair wäre es dann gewesen, sich gar nicht erst für die Wahl aufstellen zu lassen. Fair gegenüber der Partei und den Wählern.

Ob der Mann nun bei der CDU glücklicher sein wird und mehr mitgestalten kann als bei den Sozialdemokraten, sei dahingestellt. Aber wer seine politische Grundüberzeugung nach 20 Jahren Parteimitgliedschaft so einfach über Bord werfen kann, dem sollte die Siegburger SPD nicht nachtrauern.