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Unfall in Siegburg: Zwei Jugendliche in Kleinbus verbrannt

Jugendliche in Kleinbus verbrannt : Mitschüler trauern nach tödlichem Unfall in Siegburg

Am frühen Samstagmorgen ist bei einem Unfall auf der Wahnbachtalstraße zwischen Siegburg und Kaldauen ein Kleinbus in Brand geraten. Zwei der drei jugendlichen Insassen konnten dabei nicht mehr aus den Flammen gerettet werden.

Zwei Tote und einen Schwerverletzten hat in der Nacht zu Samstag ein tragischer Unfall auf der Wahnbachtalstraße zwischen Siegburg und Kaldauen gefordert. Gegen 4.30 Uhr war ein mit drei männlichen Jugendlichen im Alter von 16 beziehungsweise 17 Jahren besetzter Kleinbus in einer langgezogenen Linkskurve auf den rechtsseitigen Grünstreifen geraten.

Über 50 Meter war die Spur dort zu erkennen, die an einem der Bäume endete, die die Landesstraße 316 zum Teil der „Deutschen Alleenstraße“ machen. Der Aufprall war so heftig, dass mehrere große Äste abbrachen und zu Boden fielen.

Der Mercedes Vito wurde frontseitig – besonders rechts – stark eingedrückt und zurück auf die Fahrbahn geschleudert, wo er quer zur Straße stehenblieb. Die beiden Insassen vorn waren aufgrund der schweren Verformungen eingeklemmt. Sie hatten keine Chance, als der Kleinbus in Flammen aufging.

Busfahrerin schlug Scheibe des brennenden Kleinbusses ein

Direkte Unfallzeugen sind nicht bekannt. Nachfolgende Autofahrer griffen beherzt ein und konnten einen Mann noch von den hinteren Sitzen aus dem brennenden Fahrzeug ziehen.

 Tragischer Unfall auf der Wahnbachtalstraße. Zwei Menschen können nicht mehr gerettet werden.
Tragischer Unfall auf der Wahnbachtalstraße. Zwei Menschen können nicht mehr gerettet werden. Foto: Christof Schmoll

Als erstes war eine RSVG-Busfahrerin am Unfallort, die mit dem Handlöschgerät zu löschen versuchte. Dann schlug sie mit einem Ast die Scheibe ein und zog mit Unterstützung eines weiteren Helfers den dritten Jungen aus dem Fahrzeug. Er wurde später nach der Erstversorgung durch die alarmierten Rettungskräfte in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Feuerwehr-Einheiten aus Siegburg und Kaldauen/Stallberg trafen zeitgleich von beiden Seiten am Unfallort ein. Aber auch sie konnten den beiden verbliebenen Insassen aufgrund des im Vollbrand stehenden Fahrzeugs nicht mehr helfen. Bis zum Abschluss der Löscharbeiten war der Kleinbus komplett ausgebrannt.

Idee zur Spritztour ergab sich bei Gartenparty

Für die Ersthelfer wurde eine Notfallseelsorgerin zur Unfallstelle beordert. Zur Sicherung der Unfallspuren zog die Polizei des Rhein-Sieg-Kreises das Unfallaufnahmeteam der Kölner Polizei hinzu. Mit einem 3D-Laserscanner wurden Autowrack und Umgebung lückenlos abgetastet, um das Unfallgeschehen nachfolgend rekonstruieren zu können. Die Ermittler gehen von einem Alleinunfall ohne Beteiligung anderer Fahrzeuge aus. Möglicherweise, so die erste Einschätzung der Polizei, war das Fahrzeug wegen überhöhter Geschwindigkeit aus der Kurve getragen worden. Die Unfallaufnahme dauerte bis in die Vormittagsstunden des Samstags an, weshalb die Wahnbachtalstraße zwischen Wolsdorf und Kaldauen zwischenzeitlich voll gesperrt war.

Inzwischen stellte sich heraus, dass der Fahrer offenbar keinen Führerschein besaß. Die Idee zu einer Spritztour hatte sich nach einer Gartenparty am Abend ergeben. Offenbar hatten die drei Jugendlichen den Fahrzeugschlüssel eines Vaters an sich genommen und waren heimlich gestartet.

Diskussion über Leitplanke dürfte wieder beginnen

An demselben Baum, gegen das Fahrzeug geprallt war, hatte es schon einmal einen tödlichen Unfall gegeben, sodass auf politischer Ebene bereits die Forderung laut geworden ist, in der Kurve eine Leitplanke einzubauen – auch mit einem Schutz für Motorradfahrer. Das ist aber bislang nicht geschehen. Eine Spezialfirma sägte den Baum ab. Über die Leitplanke wird nun wieder diskutiert werden.

Die Nachricht von dem tödlichen Unfall verbreitete sich am Wochenende in Windeseile. Deshalb kamen immer wieder Jugendliche zu der Unfallstelle, um ihrer Mitschüler zu gedenken. Sie entzündeten Kerzen und legten Briefe und Kuscheltiere ab. Die beiden tödlich verunglückten Schüler sind nach GA-Informationen auf ein Siegburger Gymnasium und eine Siegburger Gesamtschule gegangen.

Die Polizei suchte wiederholt die Ansprache an die jugendlichen Trauernden mit der Warnung, niemals in ein Auto einzusteigen, wenn der Fahrer keinen Führerschein hat. Die Gefahren seien in solch einem Fall unkalkulierbar. Der schwerverletzte Jugendliche ist laut Polizeiangaben außer Lebensgefahr und ansprechbar.