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Verkehrsunfallstatistik Rhein-Sieg: Pandemie verringert Zahl der Unfälle

Verkehrsunfallstatistik 2020 : Corona-Pandemie verringert Zahl der Unfälle im Rhein-Sieg-Kreis

Die Kreispolizei Rhein-Sieg vermeldet für 2020 so wenig Unfälle wie seit sechs Jahren nicht mehr. Doch die Anzahl an Pedelec- und Kraftradunfällen ist dabei stark gestiegen.

Es ist eine gute Nachricht, die Rainer Müller, Leiter der Direktion Verkehr der Kreispolizei Rhein-Sieg, am Mittwochvormittag zu verkünden hatte, wenn sie auch wenig überraschend kam: In der Verkehrsunfallstatistik 2020 sind nicht nur deutlich weniger Verkehrsunfälle verzeichnet worden, sondern sogar der niedrigste Stand an Verkehrsunfällen seit sechs Jahren. „Durch die Pandemie haben wir im letzten Jahr ein deutlich geringeres Verkehrsaufkommen gehabt, was wiederum zu deutlich weniger Unfällen geführt hat“, erklärt Müller.

Faktisch zählt die Kreispolizeibehörde für das Jahr 2020 insgesamt 8703 Verkehrsunfälle. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 waren es noch 10.163 Unfälle. Was den Leiter der Verkehrsdirektion besonders freut, das Risiko an einem Verkehrsunfall beteiligt zu sein, liegt damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Der Kreispolizei  Rhein-Sieg liegt aus diesem Grund im Landesvergleich auf dem sechsten Rang.

Zahl der Verkehrsunfälle mit Getöteten und Verletzten gesunken

Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit getöteten und verletzten Personen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und lag 2020 bei 965. Das entspricht sieben Prozent weniger Unfällen als noch im Jahr 2019. Jedoch ist die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten zum Vorjahr gestiegen. 2020 vermeldet die Behörde neun Unfalltote und 182 Schwerverletzte.

2019 waren es sechs Tote und 180 Verletzte. Es ereigneten sich 2020 aber noch vier weitere Verkehrsunfälle mit Todesfolge, die nicht in die Statistik mit eingehen. Bei diesen Unfällen handelt es sich um internistische Notfälle (Herzinfarkt) und Selbstmorde. Insgesamt sind vergangenes Jahr 1184 Personen im Straßenverkehr verunglückt, das sind 88 weniger als 2019.

Bei einem Verkehrsunfall im Mai in Niederkassel wurde ein vierjähriges Mädchen mit ihrem Tretroller beim Überqueren der Kreuzung von einem 54 Jahre alten Lkw-Fahrer erfasst und dabei getötet. Bei einem weiteren Unfall, stürzte eine 63 Jahre alte Pedelec-Fahrerin ohne Fremdeinwirkung und Helm in Sankt Augustin. Dabei zog sie sich eine schwere Kopfverletzung zu und starb kurz darauf. Anhand dieser Unfälle werde deutlich, dass die Polizei nicht jeden tragischen Unfall verhindern kann, stellte Müller klar.

Zahl der Motorrad- und Pedelecunfälle angestiegen

Obwohl die Pandemie zwar die Zahl der Unfälle im Allgemeinen verringere und zu weniger Verkehr auf den Autobahnen führe, sei die Zahl der Motorradunfälle stark angestiegen, so der Leiter. Zu Krafträdern zählen neben Motorrädern auch Mofas. Für das Jahr 2020 verzeichnet die Kreispolizei Rhein-Sieg einen Anstieg von 32 Unfällen auf nunmehr 108. Unter den Verunglückten mit Krafträdern sind mit 23 besonders viele Erwachsene im Alter zwischen 25 und 64 Jahren.

Den Anstieg an Unfällen mit Motorrädern führt Müller darauf zurück, dass die Menschen durch die Pandemie mehr Freizeit hatten. Besonders auffällig ist auch der Anstieg der Pedelecunfälle auf 55. Im Jahr 2019 lag der Wert noch bei 39. Gerade Senioren stürzen laut Statistik mit Pedelecs häufiger. 2020 wurde die Polizei zu 13 Unfällen mit Senioren gerufen.

44.948 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung

Im Bereich der Verkehrsüberwachung ahndete die Kreispolizei 44.948 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung. Mehr als 300 Delikte konnten auf Drogen- oder Alkoholkonsum zurückgeführt werden. Besonders im Bereich des Gewerblichen Güter- und Personenverkehrs machte die Kreispolizei Schwerpunktkontrollen mit Fachpersonal. Dabei verzeichneten die Beamten 8571 Verstöße, darunter viele mit falsch gelagerter Ladung.

„Wir haben die intensiven Kontrollen vor drei Jahren begonnen und stellen fest, dass es da einen großen Bedarf gibt“, so Müller. Im Landesvergleich belegt die Polizei Rhein-Sieg bei der Anzahl der verhängten Maßnahmen Platz eins und wird die entsprechenden Kontrollen auch 2021 weiter fortführen.