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Unseriöse Flirtfallen im Internet: Vorsicht bei der Suche nach der großen Liebe

Unseriöse Flirtfallen im Internet : Vorsicht bei der Suche nach der großen Liebe

Das Versprechen ist verlockend: "Melde Dich kostenlos an, habe heute noch Spaß". Doch wer sich darauf einlässt, erlebt in unseriösen Internet-Flirtportalen, Singlebörsen oder Partnervermittlungen nicht selten ein böses Erwachen.

Aus dem kostenlosen oder symbolischen 1,99 Euro teuren Test-Abo wird unversehens eine Premium-Mitgliedschaft. Und die kostet bis zu 89,99 Euro im Monat, wenn sie nicht fristgerecht gekündigt wird. "Die Tücke liegt im Kleingedruckten", erklärt Martin Wieler, Leiter der Siegburger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. Oft gibt es nur dort den entsprechenden Hinweis.

Wer nicht kündigt, erhält statt der erhofften Liebe fürs Leben am Ende Rechnungen, Mahn- und sogar Inkassobriefe. Fälle wie diese beschäftigen zunehmend die Berater der Verbraucherzentralen. Allein in Siegburg und Troisdorf melden sich wöchentlich fünf Geschädigte. "Die Tendenz ist steigend", sagt Martin Wieler. "Und die Dunkelziffer liegt sehr viel höher", ergänzt seine Kollegin aus Troisdorf, Sabine Wolter-Baade. Denn den Geschädigten sei es meist peinlich, offen einzugestehen, dass sie sich auf Datingplattformen mit erotischem Hintergrund bewegt haben.

"Es gibt aber gute Chancen, Verbraucher aus diesen Verträgen herauszubekommen", ermuntert Wieler mögliche Opfer, den Schritt hin zur Beratungsstelle zu wagen. "Seriöse Anbieter informieren immer über anfallende Kosten", erklärt Sabine Wolter-Baade. Es gebe gesetzliche Bestimmungen für das Online-Geschäft. Werden die missachtet, können die Verbraucherschützer helfen. Die raten, sich nicht einschüchtern zu lassen, und Kündigungen als Einschreiben mit Rückschein zu versenden.

Im vergangenen Jahr hatten die Berater im Rhein-Sieg-Kreis allgemein viele Anfragen: 6180 Verbraucher suchten in Troisdorf Rat, 5382 in Siegburg. "Nach wie vor geht es dabei häufig um Probleme mit der Telekommunikation, etwa beim Anbieterwechsel", sagt Martin Wieler. Aber auch Urheberrechtsverletzungen seien weiterhin ein Dauerthema. "Wir haben jede Woche Fälle, bei denen es Ärger wegen illegaler Downloads gibt", sagt Sabine Wolter-Baade. Sie rät, in jedem Fall Vorsicht walten zu lassen - und im Zweifel, Hilfe der Verbraucherzentralen anzunehmen.