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Verbraucherzentrale wirbt für Verzicht auf Einwegflaschen: Wassergenuss direkt aus der Leitung

Verbraucherzentrale wirbt für Verzicht auf Einwegflaschen : Wassergenuss direkt aus der Leitung

Zwei Wochen lang haben die Teilnehmer der Mitmachaktion „Bye, bye bottle“ auf Wasser aus Einwegflaschen verzichtet. Zusammen mit den Umweltberatern der Verbraucherzentralen Siegburg und Troisdorf ziehen sie eine positive Bilanz.

Das Bild, das Gabriele Bock, wählt, um den Verbrauch von Einwegflaschen zu veranschaulichen, ist eindrucksvoll: Die Flaschen, die allein die Menschen in Siegburg und Troisdorf jährlich im Schnitt verbrauchen, würden die B8 von Troisdorf-Spich aus bis zum Siegburger Stadtteil Deichhaus in voller Breite füllen. „Das sind neun Kilometer und eine Fahrradfahrt von etwa einer halben Stunde“, sagt die Umweltberaterin der Verbraucherzenrale Troisdorf. Zusammen mit ihrem Siegburger Kollegen Karsten Strätz hat sie deswegen im März zur Mitmachaktion „Bye, bye bottle: ab jetzt keine Einwegflaschen mehr“ aufgerufen. Zwei Wochen lang haben die Teilnehmer bewusst auf Mineralwasser aus Einwegflaschen verzichtet und dafür Leitungswasser getrunken. Gemeinsam mit den Umweltberatern zogen sie nun Bilanz.

„Die Umweltbelastung durch den Konsum von Wasser aus Einwegflaschen ist groß“, sagt Umweltberater Karsten Strätz. Seit 1991 sei der Anteil von Einwegflaschen stark angestiegen. „Von durchschnittlich fünf bis sechs Flaschen pro Kopf im Jahr auf inzwischen 85“, sagt er. Die Vermeidung dieses Abfalls sei das Kernanliegen der Aktion gewesen, so Strätz. Zugleich heben er und seine Kollegin die gute Qualität des Leitungswassers in der Region hervor: „Es wird streng kontrolliert und hat zudem eine hervorragende CO2-Bilanz.“

Guter Geschmack und weniger Schlepperei

Den Umstieg auf das Wasser direkt aus der Leitung haben insgesamt 20 Teilnehmer mit der Verbraucherzentrale gewagt und zwei Wochen lang getestet, wie es schmeckt und vor allem, wie praktikabel es im Alltag ist. Die Verbraucherzentrale hat sie mit Glas- oder Edelstahlflaschen und verschiedenen Rezeptvorschlägen ausgesattet. Das Ergebnis war durchweg positiv, zeigte die abschließende Runde, zu der alle Teilnehmer online zusammenkamen.

„Es schmeckt, ist bequem, man muss nicht mehr schleppen und, wenn man es hochrechnet, spart man auch noch Geld“, fasst Gabriele Seiffert zusammen, was sie vom Leitungswasser überzeugt hat. Manchmal sei es allerdings unterwegs eine Herausforderung, bestimmte Flaschen zu befüllen. Und auch der Sprudel fehle ihr manchmal . „Deswegen gönne ich mir hin und wieder ein Mineralwasser aus der Glasflasche“, räumt sie.

Viele bleiben dabei

Als Alternative zu den Plastik-Einweg-Flaschen verweist Karsten Strätz auf Mehrwegflaschen aus Glas. „Und im Idealfall sind die dann gefüllt mit einem Wasser aus der Region“, sagt er. „Wir bleiben beim Leitungswasser“, versichert auch Maria Burgemeister für ihre gesamte Familie. Um jeden Geschmack zu treffen, habe sie sich einen Sprudler angeschafft.

Beim Leitungswasser bleiben will auch Martina Wöhrle. „Es ist total schmackhaft“, erklärt sie. Nachdem er über Jahre Mineralwasser aus Plastikflaschen getrunken hat, ist Heinz Steinhauser nach der Aktion überzeugter Leitungswassertrinker. Er wünscht sich nur, unterwegs mehr Möglichkeiten, seine Flaschen wieder zu befüllen.

Dass diese auch coronabedingt eingeschränkt seien, räumte Umweltberaterin Gabriele Bock ein. „Wir sind aber mit den Kommunen im Gespräch, im öffentlichen Raum Trinkwasserbunnen im Stadtgebiet aufzustellen“, ergänzte Karsten Strätz. Mit der Sanierung soll es solche künftig dann auch im Siegburger Rathaus geben. In Troisdorf seien solche Stellen schon vorhanden.