1. Region
  2. Sieg & Rhein
  3. Siegburg

Folgen des Wintereinbruchs: Weiterhin Gefahr durch Schneebruch im Rhein-Sieg-Kreis

Folgen des Wintereinbruchs : Weiterhin Gefahr durch Schneebruch im Rhein-Sieg-Kreis

Nach den Schneefällen am Sonntag laufen in Hängen, Wäldern und auf Wegen im Rhein-Sieg-Kreis die Aufräumarbeiten. Förster bitten weiterhin darum, die Wälder nicht zu betreten.

Das Bild beim Blick aus dem Fenster glich am Montagmorgen dem vom Vortag: Erneut hatte Schneefall eine weiße Decke über die Landschaft gezogen. Aber, anders als am Sonntag, waren die Straßen in der Region weitestgehend frei. Wie berichtet, haben dafür vor allem Feuerwehrleute gesorgt, die am Sonntag im Dauereinsatz zahlreiche unter der nassen Schneelast umgestürzte Bäume von Straßen in Siegburg, Lohmar, Hennef, Bad Honnef und Königswinter geräumt haben. Die Gefahr durch Schneebruch besteht aber weiter, weswegen die Kommunen wie auch die Förster darum bitten, die Wälder nicht zu betreten.

Förster Marc Redemann war am Montag in seinem Revier in Königswinter-Ittenbach unterwegs, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Es sieht schon sehr bedrohlich aus“, sagte er. Äste hingen unter der schweren Schneelast tief hinab und teilweise fast auf den Wegen. Es könne auch in den nächsten Tagen noch zu Schneebruch von Ästen, Kronenteilen oder auch ganzen Bäumen kommen. „Deswegen sollte man sich gut überlegen, ob ein Waldspaziergang momentan sein muss“, sagt Redemann. Er und seine Kollegen sperren die Wälder nicht ab, weisen aber ausdrücklich auf die möglichen Gefahren hin.

Haushalte zeitweise ohne Strom, Telefon und Wasser

Nachdem sie am Sonntag insgesamt 32 Mal ausgerückt war, kehrte für die Freiwillige Feuerwehr Lohmar am Montag wieder Ruhe ein. „Wir hatten seit Sonntagabend keinen wetterbedingten Einsatz mehr“, sagte ein Sprecher am Montagmittag. Der städtische Bauhof habe die weiteren Aufräumarbeiten im Wald übernommen. Ähnliches berichtet Lutz Schumacher, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Königswinter. „Wir rücken nur aus, wenn unmittelbare Gefahren bestehen“, sagte er.

In Siegburg liefen am Vormittag in einem Hang in Seligenthal Säge- und Fällarbeiten. Wie berichtet, hatte es den Stadtteil am Sonntag besonders heftig getroffen. Mit Talsperrenstraße und Seligenthaler Straße waren zwischenzeitlich die Zufahrten zum Ortsteil gesperrt. Zudem waren mehrere Haushalte zeitweise ohne Strom, Telefon und Wasser, weil die heftigen Schneefälle etliche große Bäume umstürzen ließen. Eine herausgerissene Wurzel hatte dabei die Hauptwasserleitung beschädigt. Die Versorger stellten über Provisorien die Strom- und Wasserversorgung der betroffenen Haushalte noch am Sonntag sicher und reparierten am Montag weiter, so die Stadt.

Vereiste Schneelawine löste sich von Dach

Die Straßenlaternen sollte am Montag wieder in Betrieb genommen werden, ebenso die unterbrochene Telefonleitung. Zudem war die Talsperrenstraße wieder frei und nur noch ein Teil der Seligenthaler Straße gesperrt. „Alle Bewohner erreichen ihre Häuser“, sagte Stadtsprecher Jan Gerull.

Unterdessen rückte die Siegburger Feuerwehr am Montagmittag erneut wegen eines schneebedingten Einsatzes aus. An einem Haus an der Cecilienstraße in der Innenstadt hatte sich eine vereiste Schneelawine von einem Dach gelöst und war auf den Bordsteig gefallen. Ein Anwohner alarmierte die Feuerwehr, die zunächst sechs vor dem Haus geparkte Autos wegfahren ließ und dann ein Drittel des Daches vom schweren Schnee befreite. Anschließend übergaben die zwölf Kräfte an den Hauseigentümer. Laut Feuerwehr ist er verpflichtet, Gefahr durch Dachlawinen zu bannen. Das Ordnungsamt sperrte vorsorglich den Bürgersteig ab, bis der Schnee vom Dach geräumt war.