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Wie Siegburg auf steigende Schülerzahlen reagiert​

Grundschulen in Siegburg : Wie Siegburg auf steigende Schülerzahlen reagiert

Die Zahl der in Siegburg lebenden Kinder steigt stetig an. In den Kindertagesstätten hat die Stadt bereits reagiert, jetzt erreicht die Entwicklung die Grundschulen. Der Schulausschuss hat nun erste Weichen gestellt.

Die im Februar vorgestellte Fortschreibung des Schulentwicklungsplans hat es mehr als deutlich aufgezeigt: Siegburg wächst und die Einwohner werden dabei zunehmend jünger. Eine Entwicklung, auf die die Stadt zeitnah reagieren muss, wie Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung in der Region (Biregio) darlegte – zunächst mit mehr Plätzen in den Grundschulen und in der Folge dann auch an den weiterführenden Schulen. Den Weg für einen ersten Schritt hat der Schulausschuss am Montagabend geebnet. Einstimmig fiel seine Empfehlung an den Rat aus, ab dem Schuljahr 2023/24 insgesamt 18 Züge an den Siegburger Grundschulen festzulegen.

Konkret bedeutet das, dass dann an der Grundschule Nord dauerhaft ein zusätzlicher vierter Zug eingerichtet wird und alle anderen Schulen vorerst ihre bisherige Zügigkeit behalten. „Wir haben sehr unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Schulbezirken“, sagte Schuldezernent Andreas Mast. Auf die müsse die Verwaltung reagieren. Krämer-Mandeau hatte insbesondere im Bezirk der Grundschule Nord „explodierende“ Schülerzahlen gesehen, die anhaltend hoch bleiben würden. Der Experte hatte geraten, darauf frühzeitig zu reagieren.

In einer Klausurtagung auf dem Michaelsberg hatten sich Verwaltung, Politik und Vertreter der Schulen unlängst eingängig mit den von Krämer-Mandeau vorgelegten Zahlen und Prognosen auseinandergesetzt. Dabei war es auch um die Wanderbewegungen zwischen den sechs Schulstandorten gegangen. Denn seit ein paar Jahren können Siegburger Eltern unabhängig vom Schulbezirk, in dem sie wohnen, entscheiden, wo ihre Kinder eingeschult werden. Das hat in diesem Jahr etwa zur Folge, dass von 103 Kindern, die im Bezirk Nord leben, zum neuen Schuljahr nur 71 auch an der dortigen Grundschule eingeschult werden. Diese ist mit ihren aktuell noch drei Zügen für 81 Schüler pro Jahrgang ausgelegt. Umgekehrt gibt es eine hohe Zuwanderung an die Grundschule Wolsdorf, in deren Bezirk indes der Geburtenjahrgang nur knapp für eine Zweizügigkeit spricht.

Dass die Grundschule Nord um einen Zug erweitert werden soll, begründete Mast mit den für den Bezirk vorliegenden Zahlen. Es müsse sichergestellt sein, dass alle in Siegburg Nord lebenden Kinder auch dort zur Schule gehen könnten. „Wir können doch nicht auf den Zufall hin, wie in einzelnen Jahren Wanderungsbewegungen sind, unsere Schulbauten konzipieren“, so der Schuldezernent. Dem konnte die Politik unisono folgen, auch wenn sie konstatieren musste, dass das die Wahlfreiheit der Eltern künftig einschränke.

„Es ist wichtig, dass wir die Zügigkeit jetzt festlegen und somit Leitplanken setzen“, hielt Andreas Mast fest. Damit könne die Verwaltung in die weitere Planung einsteigen. So würden aktuell die Raumbedarfe an den sechs Schulstandorten mit insgesamt acht Schulgebäuden geprüft. Auch unter Berücksichtigung des ab 2026 geltenden Rechtsanspruchs auf einen Platz in der Ganztagsbetreuung (OGS). Im nächsten Schritt geht es dann darum, wo eine räumliche Erweiterung nötig ist. Schon jetzt weitet die Stadt übrigens ihr OGS-Angebot aus. So erhalten die Grundschulen Hans-Alfred-Keller (Standort Zange), Kaldauen, Nord/Humperdinck und Stallberg ab dem neuen Schuljahr jeweils eine weitere OGS-Gruppe, vorbehaltlich vorhandener Räumlichkeiten. So empfiehlt es zumindest der Schulausschuss.