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Arbeiterwohlfahrt: Windisch wechselt vom Mieterbund zur Awo

Arbeiterwohlfahrt : Windisch wechselt vom Mieterbund zur Awo

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) kennt Franz-Josef Windisch aus dem Eff-Eff. Schließlich war der 56-Jährige in dem SPD-nahen Sozialverband schon auf allen Ebenen ehrenamtlich tätig, von seinem Ortsverein in Beuel bis hin zur Bundesebene. Zum 1. Januar steigt Windisch hauptberuflich bei der Awo ein. Er wird neuer Geschäftsführer des Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg und beerbt damit Werner Dobersalske. Der 63-Jährige geht in den Ruhestand.

21 Jahre lang war der Siegburger im Amt - eine Zeit, in der sich die Awo von einem "kleinen Laden" (Dobersalske) mit zehn Mitarbeitern zu einem regionalen Unternehmen mit rund 1000 Beschäftigten entwickelte. 2004 fusionierten die Verbände von Bonn und Kreis.

Von den heute 5400 Mitgliedern - Tendenz: steigend - sind rund 800 ehrenamtlich aktiv. Nach und nach erschloss sich die Awo neue Geschäftsfelder, von der Ganztagsbetreuung an Schulen bis hin zur beruflichen Wiedereingliederung. 16 Kindergärten mit rund 740 Plätzen betreibt der Verband heute in Bonn und im Kreis. Der Jahresumsatz liegt laut Dobersalske insgesamt bei rund 30 Millionen Euro.

Fragt man Windisch, was ihn zur Awo brachte, dann beruft er sich auf deren Gründerin Marie Juchacz. Die Sozialdemokratin hob die Organisation 1919 aus der Taufe. "Es ging ihr nicht darum, Almosen zu verteilen. Viermehr sollten soziale Rechte im Gesetz verankert werden", sagt er. Heute gelte es, den Sozialstaat zu verteidigen: "Er ist von großem Wert, der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält."

Gleichwohl betrachtet der Jurist, der in diesen Tagen nach 23 Jahren als Geschäftsführer beim Deutschen Mieterbund in Bonn aufhört, die Awo als Unternehmen, das sich am Markt behaupten muss. Soziales Engagement und auskömmliches Wirtschaften - das ist eine Gratwanderung, die bei Integrationsprojekten wie dem Cap-Lebensmittelmarkt in Wachtberg-Niederbachem greifbar wird. Ganz im Sinne der Inklusion beschäftigt die Awo dort elf Behinderte, muss aber gleichzeitig mit großen Nahversorgern konkurrieren können. Das führte zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Der Cap-Markt wird gerade personell neu aufgestellt, auch in der Leitung. Sollte er weiter auf keinen grünen Zweig kommen, ist der Fortbestand gefährdet. "Die müssen 2013 schwarze Zahlen schreiben", sagt Werner Dobersalske. "Ich bin aber optimistisch, dass es klappt."

Was er nach so langer Zeit als Awo-Geschäftsführer vermissen wird? "Die Kollegen", sagt er. "Wir pflegten immer ein intensives und freundschaftliches Miteinander."