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Feuerwehr baut Schutzwall auf: Zehn-Tonnen-Fels in Siegburg droht abzustürzen

Feuerwehr baut Schutzwall auf : Zehn-Tonnen-Fels in Siegburg droht abzustürzen

Ein Felsbrocken am Wolsberg droht, in die Tiefe zu stürzen. Am Donnerstag entscheiden die Stadt Siegburg und der Kreis, wie die Gefahr beseitigt werden kann.

Ein zehn Tonnen schwerer Felsbrocken am Siegburger Wolsberg droht, auf die Straße zu stürzen. Bei Mäharbeiten wurde am Mittwoch entdeckt, dass sich witterungsbedingt Risse im Hang gebildet haben. Die Spalte sei 20 Zentimeter breit, erklärt Ralf Beyer, Leiter der Grünflächenabteilung der Stadt Siegburg, auf Anfrage. „Das ist ordentlich.“ Er habe einen Geologen zur Begutachtung hinzugezogen. Sie haben festgestellt, dass eine unmittelbare Gefährdung besteht.

Deshalb ist der Nachtigallenweg auf dem Abschnitt zwischen der Wahnbachtalstraße und dem Hotel Siegblick voerst für den Verkehr gesperrt. Die Feuerwehr baute am Mittwoch zwei mobile Hochwasserdämme auf, damit Fußgänger den Weg weiterhin sicher nutzen können. Die zwei zweckentfremdeten Schutzwände sind je 20 Meter lang und wurden mit Wasser befüllt. Sie wiegen jeweils etwa 20 Tonnen, erklärt Wachleiter Daniel Winterscheidt auf Anfrage. „Die würden den Fels abhalten.“ Am Donnerstag stimmt sich die Stadt mit dem Kreis ab, um eine Lösung für den lockeren Felsen zu finden.

Früher wichtige Funktion als Steinbruch

Die Wolsberge, fast vollständig mit Wald bedeckt, bestehen aus ursprünglich lockerem, jetzt verfestigtem Basaltstoff. Der am Siegblick gelegene Berg hatte einst eine wichtige Funktion als Steinbruch: Er lieferte das Material etwa für das Abteigebäude, die Stadtmauer und die Servatius-Kirche. Felsstürze hat es in der Geschichte immer wieder gegeben. Viele Sagen ranken sich auch um die beiden Berge. Man sagt etwa, dass diese zwei Erhebungen einst den Göttervater Wodan einluden, dort eine Kultstätte zu errichten, an der gebetet, gesungen und Opfer dargebracht wurden.