Tag der Arbeit in Siegburg Zur Maikundgebung auf dem Markt gibt es auch ein Familienfest

Siegburg · Bei der Kundgebung zum Tag der Arbeit am 1. Mai erwartet die Besucher auf dem Siegburger Marktplatz nicht nur ein politisches Programm der Gewerkschaften. Beim anschließenden Familienfest gibt es auch Livemusik und mehr.

 Michael Korsmeier (IG Metall Bonn-Rhein-Sieg) und Judith Gövert (DGB Köln-Bonn) mit Bürgermeister Stefan Rosemann auf dem Siegburger Marktplatz (v.l.n.r.)

Michael Korsmeier (IG Metall Bonn-Rhein-Sieg) und Judith Gövert (DGB Köln-Bonn) mit Bürgermeister Stefan Rosemann auf dem Siegburger Marktplatz (v.l.n.r.)

Foto: Tim Werner

Am 9. April 1949 wurde das Tarifvertragsgesetz verabschiedet und damit der Grundstein für eine rechtliche Regelung bei Tarifverhandlungen gelegt. Auch 75 Jahre später setzen sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die IG Metall Bonn-Rhein-Sieg für die Interessen der Arbeitnehmer ein. „Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit“ lautet das Motto ihrer diesjährigen Kundgebung zum Tag der Arbeit am Mittwoch, 1. Mai. Die Veranstaltung mit anschließendem Familienfest findet bereits zum dritten Mal in Folge auf dem Siegburger Marktplatz statt.

Bürgermeister Stefan Rosemann (SPD) zeigte sich am Dienstag bei der Programmvorstellung dankbar, dass sich das Event inmitten der Stadt abspielt. „Es ist wichtig die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ins Zentrum zu holen“, betont er. Früher fand die Kundgebung vor dem Gewerkschaftshaus an der Kaiserstraße statt. Auch 75 Jahre nach der Verabschiedung des Tarifvertragsgesetzes sind Verbesserungsmaßnahmen in vielen Bereichen nötig. Auf regionaler und landesweiter Ebene stimmen für viele Beschäftigte die Rahmenbedingungen nicht.

Fehlender Wohnraum, Defizite bei der Mobilität und keine ausreichend gedeckte Kinderbetreuung sind Themen, die Judith Gövert, Regionsgeschäftsführerin beim DGB Köln-Bonn, kritisiert. Auch Stefan Rosemann sieht im Punkt Kinderbetreuung ein Problem, das auch für den Arbeitgeber von Bedeutung ist. Ihm ist es wichtig, flächendeckend „die Möglichkeit zu schaffen, in einem größeren Zeitrahmen zu arbeiten“, damit Eltern ihre Kinder betreuen können, oder auch andersherum, Kinder die Möglichkeit haben, ihre pflegebedürftigen Eltern zu versorgen.

Ein zentrales Thema der Kundgebung am 1. Mai, wird die anstehende Europawahl sein. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und die „Hochhaltung der Demokratie“ sind Michael Korsmeier, Geschäftsführer der IG Metall Bonn Rhein-Sieg, wichtig. Nachdem bereits Ende Januar in Siegburg für demokratische Werte und gegen die AfD demonstriert wurde, sieht er in der Veranstaltung zum Tag der Arbeit eine gute Möglichkeit, sich weiterhin nachhaltig für demokratische Werte starkzumachen.

Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit

Judith Gövert sieht in Personal- und Betriebsräten „eine unserer kleinsten demokratischen Einheiten“. Die im Motto verankerten Forderungen nach mehr Lohn, mehr Freizeit und mehr Sicherheit wird man „nicht mit rechtsextremen oder rassistischen Parteien erreichen“, sagt sie. Als Hauptredner der Maikundgebung wurde Knut Giesler, der Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen eingeladen.

Im Anschluss an die politische Kundgebung geht es ab 12 Uhr mit einem Familienfest weiter. Bei dem steht traditionell der Kabaretist Wilfried Schmickler auf der Bühne, aber auch andere. Neben Ständen für Essen und Getränke, werden rund 15 Aussteller, darunter regionale Vereine, Sozialverbände und die Verbraucherzentrale vor Ort sein. Ab 15:30 Uhr spielt die Band Kölsche Welle. Für Kinder wird es zusätzlich ein Karussell und eine Hüpfburg geben.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort