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Diebstahl in Eitorf: Zwei junge Männer stehlen Rüttelplatte

Diebstahl in Eitorf : Zwei junge Männer stehlen Rüttelplatte

Ein 23- und 26-Jähriger müssen sich wegen gemeinschaftlichen Diebstahls vor dem Siegburger Amtsgericht verantworten.

Etwas verdattert saßen jetzt zwei Eitorfer im Alter von 23 und 26 Jahren vor einem Siegburger Strafgericht. Die Ursache: Sie hatten – so die Anklage – einem gemeinsamen Tatplan folgend am Sonntag, 28. Juni im vergangenen Jahr, um etwa 18 Uhr herum auf einer Baustelle in Eitorf eine Rüttelplatte entwendet und die nach Neustadt/Wied auf eine fremde Baustelle gebracht. Der Wert der Rüttelplatte belief sich etwa auf 3000 Euro.

Der Verteidiger des älteren Angeklagten ließ sich für seinen Mandanten dahingehend ein, dass der die Tat zugebe. Mit seinem Kumpel sei er mit Auto und Anhänger zufällig an der Baustelle vorbeigekommen und „spontan“ hätten sie sich entschlossen, das Gerät zu entwenden. Ein gemeinsamer Tatplan habe indes nicht bestanden. Sein Mandant, ein Dachdeckergehilfe, trage eine Art Universalschlüssel für Kleinbagger am Schlüsselbund und damit habe er ein solches Gerät gestartet und die schwere Rüttelplatte auf seinen Anhänger geladen.

26-Jähriger steht noch unter Bewährung

Wofür die Rüttelplatte denn gedient haben sollte, wollte Richter Daniel Hahn wissen. „Keine Ahnung“, antwortete der Verteidiger, „mein Mandant war damals in einer schwierigen Zeit wegen ehelicher Auseinandersetzung.“ Zu erklären sei der Fall nicht, es „war eben blöd“. Der jüngere Angeklagte wollte sich zunächst nicht zu der Tat äußern, nach Rücksprache mit seinem Verteidiger, gab eben dieser zu Protokoll, dass es so gelaufen war, wie der Ältere zugegeben hatte. Nur sei sein Mandant „völlig überrascht“ gewesen, dass der Bagger so einfach lief.

Die Staatsanwaltschaft sah indes eben keine „blöde“ Tat gegeben, weil es sich um einen hohen Beutewert gehandelt habe. Positiv seien jedoch die Geständnisse zu bewerten. Im Falle des Jüngeren sei auch die Zueignungsabsicht „ganz unten“ anzusetzen, was auch für den Älteren gelte. Bei dem sei aber zu sehen, dass er unter noch laufender Bewährung steht.

Für den Jüngeren forderte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je 15 Euro, für den Älteren eine Haftstrafe von neun Monaten ohne Bewährung. Die Verteidiger plädierten daraufhin auf milde Strafen, zumal kein Schaden entstanden sei, denn die Rüttelplatte konnte schnell dem Eigentümer zurückgegeben werden.

Richter Hahn entschied dann in seinem Urteil die Geldstrafe für den Jüngeren wie von der Staatsanwaltschaft gefordert zu verhängen. Den Älteren verurteilte er, unter Einbeziehung des bestehenden Bewährungsurteil, zu einer Gesamtstrafe von elf Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. hjw