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Sorge um Zukunft des Sövener Hofs: „Söven Rock“ und Karnevalisten suchen ein neues Domizil

Sorge um Zukunft des Sövener Hofs : „Söven Rock“ und Karnevalisten suchen ein neues Domizil

Kein „Söven Rock“, kein Karneval: Seit über einem Jahr ist der Sövener Hof geschlossen und soll verkauft werden. Doch die Suche nach einem Interessenten gestaltet sich schwierig, wie Festivalveranstalter Norbert Remy berichtet.

Jahrzehntelang war die Gaststätte „Sövener Hof“ nicht nur Treffpunkt der Dorfbevölkerung, sondern auch das Domizil der Sövener Karnevalisten. Zudem fand dort alljährlich das Festival „Söven Rock“ statt, das von 2007 bis Mai 2019 zahlreiche Rockfans zu Auftritten von Bands wie „Birth Control“ in den Ort lockte. Kurz vor dem für November 2019 geplanten Söven-Rock-Wochenende verstarb unerwartet der engagierte Wirt Peter Eymael und das Festival musste darauf hin abgesagt werden. Zwar konnte der Sövener Karnevalsclub (SKC) kurz vor Beginn der Corona-Krise in dem Saal der Gaststätte noch eine Karnevalssitzung veranstalten, danach wurde die Gaststätte allerdings im Zuge der Corona-Pandemie endgültig geschlossen. Nun stehen Söven-Rock-Veranstalter Norbert Remy, aber auch der SKC und die "Sövener Naaksühle" erst einmal ohne Domizil da.

Laut Remy gehört der Sövener Hof jeweils zur Hälfte der Mutter sowie der Tochter des verstorbenen Wirts Peter Eymael. „Sowohl die Mutter Marlies Eymael als auch die Tochter Janine Kessel haben signalisiert, verkaufen zu wollen, aber mit dem Wunsch, den Sövener Hof zu erhalten“, sagte Remy, der derzeit händeringend nach Investoren sucht. „Es sollten engagierte Menschen sein, die bereit sind, viel Geld in die Hand zu nehmen, um diesen Ort des dörflichen und kulturellen Lebens zu erhalten“, sagte Remy. „Da es sich hier um die Keimzelle des Zusammenlebens in Söven handelt, sollten wir alle verhindern, dass dieses Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fällt“, sagte Remy.

Schwierige Suche nach Interessenten

Laut dem Musikliebhaber, der über viele Jahre reichlich Herzblut in sein Rockfestival gesteckt hat, ist es gar nicht so einfach, Interessenten für den Sövener Hof zu finden, denn neben dem Kaufpreis, den Remy zwischen 350 und 500 000 Euro taxiert, kämen einige Sanierungsmaßnahmen auf einen möglichen Investor zu. „Der Dachstuhl und die sanitären Anlagen müssten erneuert werden“, sagte Remy, der in engem Kontakt zu Marlies Eymael steht. Zudem müsste mit baulichen Maßnahmen den Brandschutzbestimmungen Rechnung getragen werden. Laut Remy steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz. „Einen Abriss wollen wir in jedem Fall vermeiden. Das wäre eine Katastrophe“, sagte Remy. Alternativen sieht er derzeit nicht. „SövenRock kann eigentlich nur in Söven stattfinden. Wenn die Turnhalle an der Grundschule in Söven von der Stadt für öffentliche Veranstaltungen freigegeben würde, wäre dies eine Option. Auch das alte Feuerwehrhaus wäre eine Möglichkeit, wenn die neue Feuerwache gebaut ist“, sagte Remy.

Der Sövener Karnevalsclub spekuliert derzeit ebenfalls darauf, vielleicht in der Schul-Turnhalle seine Sitzungen zu veranstalten. „Ich bin da seit geraumer Zeit mit der Stadt im Gespräch“, sagte Wolfgang Neuhöfer, Erster Vorsitzender des 180 Mitglieder zählenden SKC auf Anfrage. Neuhöfer weiß allerdings, dass es in der Turnhalle an so ziemlich allem fehlt, um eine Veranstaltung vernünftig durchführen zu können. Weder eine Bühne, noch eine Zapfanlage sind vorhanden und auch der Boden müsste entsprechend angepasst werden. Der Sövener Hof sei allerdings derzeit keine Option. „Ich glaube nicht, dass es da in nächster Zeit eine Lösung geben wird“, befürchtet Neuhöfer.

Der Pachtvertrag zwischen dem SKC und Marlies Eymael über die Scheune, in der die Sövener Karnevalisten ihre Karnevalswagen fertigen, sei von den Problemen rund um den Sövener Hof allerdings nicht betroffen. „Wir habe da von der Besitzerin Marlies Eymael noch nichts Gegenteiliges gehört“, sagte SKC-Geschäftsführerin Doris Fromm. Für Fromm ist das „Alte Gasthaus“ im Nachbarort Rott für die Sitzungen des SKC und der "Sövener Naaksühle" leider keine Alternative, da die Räumlichkeiten kleiner sind, als im Sövener Hof. Auch die Stadt sieht das Problem. „Die Verwaltung prüft derzeit, ob die Möglichkeit einer Nutzung der Turnhalle an der Kastanienschule für Veranstaltungen besteht“, sagte Stadtsprecher Dominique Müller-Grote auf Anfrage.