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Neurologie seit 10 Jahren: 20-jähriges Jubiläum der Schlaganfallstation in Troisdorf

Neurologie seit 10 Jahren : 20-jähriges Jubiläum der Schlaganfallstation in Troisdorf

Schlaganfallstation am St.-Johannes-Krankenhaus in Troisdorf besteht seit 20 Jahren. Die neurologische Abteilung wurde vor zehn Jahren eingerichtet.

„Es ist ein großes Geschenk, was wir hier heute erleben.“ So führte Christoph Kley in eine kleine Feierstunde am Sieglarer St.-Johannes-Krankenhaus ein. Als Chefarzt der Neurologie erinnerte er nicht nur an die Aufstellung der neurologischen Abteilung vor zehn Jahren, sondern auch an die Anfänge vor 20 Jahren mit der Einrichtung eines „stroke unit“, einer Schlaganfallabteilung. Ehrengast Professor Gereon Fink, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, gratulierte zu „einer Erfolgsgeschichte, die aus der Inneren Medizin entstanden ist, aus dem Bemühen, Schlaganfallpatienten besser zu behandeln. Sie hatten hier die richtige Motivation und haben ein wirkliches Modell entwickelt zum Wohle der Patienten“.

Die Geschichte dahinter: Rolf Handrup, Chefarzt der Inneren Medizin und ärztlicher Direktor des Krankenhauses, das zur Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) gehört, erinnerte sich: Seinerzeit habe er im Urlaub im „Spiegel“ gelesen, dass in Essen eine Spezialstation für Schlaganfallpatienten eingerichtet worden sei. Den Artikel habe er damals seinem Assistenten Markus Schlier – heute Chef der Sieglarer Radiologie – in die Hand gedrückt, mit der Bitte, sich doch mal darum zu kümmern.

Schlier fuhr nach Essen, schaute sich das Projekt an und kam mit der Bemerkung zurück: „Das können wir auch.“ Dazu kamen dann schwedische Untersuchungen, die zeigten, dass mittels einer Gesamttherapie und Behandlungen auf Spezialstationen die Patienten besser versorgt werden können. So wurde denn angepackt und eine erste Akutstation eröffnet.

Ein Teil der Neurologie

Heute, nachdem die Station über die Jahre immer weiter ausgebaut wurde und weitere Fachbereiche wie die Neurologie und die Physiotherapie mit in das Behandlungskonzept eingebunden sind, habe das Haus „schon sehr kluge Köpfe, die klasse Medizin machen“, lobte Handrup. Seit 2007 ist die Schlaganfallstation Teil der Neurologie. So werden nicht nur Schlaganfälle als neurologische Notfälle behandelt, sondern auch etliche andere akute Nervenerkrankungen, so etwa akute Störungen des Bewusstseins, Hirnhautentzündungen, epileptische Anfälle, Parkinsonkrisen oder akute Verschlechterungen bei multipler Sklerose.

Neben der Abteilung für Neurologie gibt es das medizinische Versorgungszentrum (MVZ Sieglar) für den ambulanten Bereich. Dort werden in den Bereichen Neurologie und Chirurgie wie in einer normalen Sprechstunde alle ambulanten Patienten behandelt.

Schwester Mediatrix, Mitglied der Geschäftsführung der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe, nannte die Arbeit in Sieglar fruchtbar. Ein Schlaganfall sei für sie der „Albtraum schlechthin“. Aber es gehe letztlich um den Menschen, der bestens versorgt werden müsse. Schon Ordensgründerin Mutter Theresia Bonzel habe gemahnt, es gehe nicht darum, möglichst viele Häuser zu gründen. Schließlich werde man irgendwann gefragt, „wie wir mit den Menschen umgegangen sind“.