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Aggua in Troisdorf: Brand verursacht Millionenschaden

Aufwendige Sanierung : Millionenschaden nach Brand im Troisdorfer Aggua

Nach dem Brand im Aggua in Troisdorf reinigen und sanieren derzeit täglich rund 60 Arbeiter das Freizeitbad. Das genaue Schadensausmaß ist immer noch unklar, der Geschäftsführer geht von einem Millionenschaden aus.

Die Rutsche steht still, im Mehrzweckbecken schwimmt an diesem Vormittag niemand. Arbeiter reinigen stattdessen die Flächen, ein Gerüst ist rund um das Becken aufgebaut. Der typische Schwimmbadgeruch ist größtenteils gewichen im Aggua. Nach einem Brand Mitte Januar finden in dem Freizeitbad derzeit aufwendige Reinigungs- und Sanierungsarbeiten statt. „Es ist schon schwer, ein geschlossenes Schwimmbad zu sehen“, erklärt Aggua-Geschäftsführer Martin Roth beim Rundgang durch das Freizeitbad. Voraussichtlich bis zum Herbst bleibt das Bad geschlossen.

Der Brand war in einem Technikraum unter dem Mehrzweckbecken ausgebrochen. Mit den dortigen zentralen Schaltschränken wurde das „Herz des Aggua“ zerstört, sagt Roth. Diese hätten die gesamte Gebäudetechnik und Wasseraufbereitung gesteuert.

Der Grund für die nun so aufwendigen Arbeiten: Durch den Brand entwickelte sich Rauch, der in weite Teile des Gebäudes zog. Rauchpartikel und Schadstoffe setzten sich ab. „Eine fachliche Reinigung war unumgänglich“, sagt der Geschäftsführer. Jede Leiste, jede Fuge, jede Fläche muss daher gereinigt werden. Rund 60 Sanierer arbeiten täglich in dem Bad. Sie benötigen rund 2000 Einweganzüge und rund 1700 Halbmasken. Engpässe aufgrund der hohen Nachfrage im Bezug auf das Coronavirus gebe es nicht, die Masken für die Badsanierung seien bereits vor dem Ausbruch bestellt worden, erklärt Roth. 1200 Quadratmeter Schutzmatten wurden auf Böden und Oberflächen ausgelegt, für die Entsorgung von Müll werden bis zu 18 Container benötigt. Nach der Reinigung werden Proben auf Schadstoff-Rückstände genommen. Sind diese negativ, könnten einzelne Bereiche wieder freigegeben werden. Erst dann könnten mögliche Schäden ermittelt und behoben werden. „Ich hätte mir das Ausmaß so nicht vorstellen können“, sagt er.

Um alle Ecken zu erreichen und auch die Deckenflächen von dem Rauchgas zu befreien, wurden Gerüste aufgebaut. Aufgrund der verschiedenen Deckenhöhen des Bads haben Gerüstbauer verschiedene Plateaus errichtet. 2273 Deckenplatten müssen entnommen und – ebenso wie die Halterungen darunter – gereinigt werden. Wie teuer die Sanierung wird, ist noch unklar. „Genau beziffern können wir die Schadenshöhe noch nicht“, sagt Roth. Er geht jedoch von einem Millionenschaden aus. Die Höhe des Verlustes durch den Betriebsausfall sei ebenfalls unklar.

Ausfallen muss derzeit auch das Schul- und Vereinsschwimmen. Die Badsituation ist generell angespannt, in anderen Bädern gebe es kaum freie Kapazitäten, was ein Ausweichen schwierig mache, erklärt der Geschäftsführer. Zumindest das Lehrschwimmbecken soll noch im März wieder in Betrieb genommen werden. „Wir sind guter Dinge, es im Laufe des Monats wieder freigeben zu können“, sagt Roth. Dann könnten auch die ersten Kurse wieder stattfinden.

25 Mitarbeiter hat das Bad, sie wurden freigestellt, ihre Gehälter seien aber sichergestellt. Zehn von ihnen sind bereits wieder im Einsatz, unter anderem als Techniker, im Büro oder an der Kasse. Werktags von 11 bis 17 Uhr – mittwochs von 13 bis 19 Uhr – ist ein Servicebereich für Gäste im Foyer geöffnet. Freikarten und Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, Guthaben auf Komfortbänder bleiben ebenfalls erhalten. Gäste können sich das Guthaben allerdings auch an der Kasse erstatten lassen. Der Sportsclub und der Schönheitssalon haben ihren Betrieb bereits wieder aufgenommen.

Unabhängig von den Brandfolgen bleibt das Freibad im Aggua auch in diesem Sommer geschlossen. Es steht eine umfassende Sanierung an. „Die Freibadplanung geht autark weiter“, erklärt Roth. Das Bad habe Anfang des Jahres einen Generalplaner mit dem Projekt beauftragt, nun stünden Planungen an, um zur Freibadsaison 2021 wieder zu eröffnen.

Realistisches Ziel für die Wiedereröffnung des Freizeitbads ist laut Roth der kommende Herbst. Da das Aggua derzeit ohnehin geschlossen hat, werden möglicherweise auch weitere Maßnahmen, sofern finanziell möglich, umgesetzt. Genaue Pläne gebe es allerdings noch nicht.