Urteil am Amtsgericht Siegburg Angeklagter tankte für 3500 Euro privat mit der Firmenkarte

Troisdorf/Siegburg · Wenn die Angestellten knapp bei Kasse sind, dürfen sie auch schon mal die Firmenkarte zum Tanken benutzen. Diese Großzügigkeit des Arbeitgebers nutzte ein Berufskraftfahrer aus. Dafür musste er sich nun vor dem Amtsgericht in Siegburg verantworten.

Zu einer Bewährungsstrafe verurteilte das Amtsgericht in Siegburg einen Mann, der die Großzügigkeit seines Arbeitgebers ausnutzte. (Symbolbild)

Zu einer Bewährungsstrafe verurteilte das Amtsgericht in Siegburg einen Mann, der die Großzügigkeit seines Arbeitgebers ausnutzte. (Symbolbild)

Foto: Ralf Klodt

Neun Mal innerhalb von nur zwei Wochen nutzte ein Berufskraftfahrer im Januar 2023 die Tankkarte, die ihm sein Arbeitgeber in Troisdorf überlassen hatte, um die Firmenfahrzeuge zu betanken, auch privat. Jetzt musste er sich am Amtsgericht in Siegburg vor Richter Herbert Prümper wegen gewerbsmäßiger Untreue verantworten.

Der verhängte eine Haftstrafe von neun Monaten gegen den 38-jährigen Angeklagten, der sich vollumfänglich geständig zeigte. An Vertragstankstellen seiner Speditionsfirma in Euskirchen und Troisdorf hatte der Mann für insgesamt rund 3490 Euro getankt, die sein Arbeitgeber bezahlen musste. Der Angeklagte gab an, er habe zu dieser Zeit in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt.

Der Geschädigte erklärte, dass seine Angestellten mit den Tankkarten auch schon einmal ihre privaten Fahrzeuge befüllen dürften, wenn sie knapp bei Kasse seien. Dann übernehme er er auch die Kosten. Allerdings geschehe das nach vorheriger Absprache und natürlich übernehme die Firma keine Kosten in dieser Höhe. Da der Mann bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und die Taten einräumte, setzte Herbert Prümper die Strafe zur Bewährung aus. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung der Schadenssumme an, die der Angeklagte nun an den Geschädigten zurückzahlen muss.

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