Amtsgericht Siegburg Troisdorfer reißt Ex-Freundin das Handy aus der Hand

Troisdorf/Siegburg · Ein Troisdorfer stand am Mittwochmorgen vor dem Siegburger Amtsgericht, da seine Ex-Freundin ihm den Raub ihres Handys vorwarf. Vor dem Schöffengericht stellte sich heraus, dass er das Handy längst zurückgegeben hatte. Bei der Klägerin war es jedoch nicht angekommen.

 Ein Troisdorfer musste sich wegen Raubes vor dem Siegburger Amtgericht verantworten. (Symbolbild)

Ein Troisdorfer musste sich wegen Raubes vor dem Siegburger Amtgericht verantworten. (Symbolbild)

Foto: Ralf Klodt

Der Tatvorwurf war schwerwiegend, konnte aber nicht aufrecht erhalten werden und führte letztendlich zur Einstellung des Verfahrens. Ein 26-jähriger Troisdorfer musste sich wegen Raubes vor einem Schöffengericht am Siegburger Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Herbert Prümper verantworten. Er hatte laut Anklage im Oktober 2023 die Neugeborenenstation im Sieglarer Krankenhaus aufgesucht. Dort hatte seine von ihm getrennt lebende Partnerin gerade die gemeinsame Tochter geboren. Als er sie telefonierend antraf, hatte er ihr nach Aussage der Frau mit Gewalt das Handy entrissen, um es in seinen Besitz zu bringen.

Der Angeklagte gab an, er habe damals selbst ein Mobiltelefon besessen und der Frau das Handy nur weggenommen, damit sie sich mehr um das Kind statt ums Telefonieren kümmere. Während der Verhandlung stellte sich heraus, dass der Angeklagte das Handy noch am gleichen Tag den Eltern der Frau übergeben hatte. Davon, dass Vater und Mutter das Handy anschließend zerstört und entsorgt hatten, erfuhr die junge Mutter nach eigenen Worten erst Monate später.

Eine Erklärung dafür, warum ihre Eltern das taten, konnte sie nicht geben. Nach Auffassung des Gerichts war damit die für einen Raub geforderte Zueignungsabsicht seitens des Angeklagten nicht gegeben. Der Angeklagte war bereits wegen körperlicher Gewalt in drei Fällen vorbestraft. Doch die Schilderung der Frau, wie der ehemalige Partner ihr das Handy weggenommen hatte, reichte nach Ansicht des Gerichts in diesem Fall nicht aus, um vom Einsatz körperlicher Gewalt auszugehen.