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Neue Ausstellung: Bilderbuchmuseum Troisdorf: Ab in Räuber Hotzenplotz’ Höhle

Neue Ausstellung : Bilderbuchmuseum Troisdorf: Ab in Räuber Hotzenplotz’ Höhle

Illustrationen zu Otfried Preußlers Kinderbüchern zeigt das Bilderbuchmuseum Troisdorf. Für die kleinen Gäste gibt es etwas ganz Besonderes.

Jeder kennt sie: „Der Räuber Hotzenplotz“, „Die kleine Hexe“, „Der kleine Wassermann“ oder „Krabat“ – Bücher von Otfried Preußler, der mit seinen Figuren und Geschichten Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur schuf. Sie bestehen seit über einem halben Jahrhundert erfolgreich auf dem Buchmarkt.

Eine umfangreiche Ausstellung rund um Preußler sowie den Künstler und Illustrator Herbert Holzing, der mit Preußler eng befreundet war und mit dem er zusammen elf Bücher veröffentlicht hat, zeigt das Bilderbuchmuseum Troisdorf seit letzter Woche, nachdem es seine Türen wieder öffnen durfte.

Kinder haben „ein Recht auf Fantasie und Unbeschwertheit“

Seine mehr als 35 Bücher mit einer Gesamtauflage von über 50 Millionen Exemplaren begeistern bis heute noch kleine und große Leser weltweit. Dabei sei der „generationsübergreifend beliebte“ Kinderbuchautor oft von Verlagen abgelehnt worden, wie Museumsleiterin Pauline Liesen bei einem Pressetermin berichtete. „In den 1950er Jahren nach dem Krieg fand ein Umbruch in der Kinderliteratur statt. Man wollte keine Märchen mehr, sondern Geschichten in der gegenwärtigen Welt“, so Liesen.

Preußler habe dagegen argumentiert, Kinder hätten „ein Recht auf Fantasie und Unbeschwertheit“. Zu Preußler und seinem Schaffen wurde viel geschrieben. Die Bilder zu seinen Geschichten blieben jedoch im Hintergrund. Diese zeigte die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen erstmals im Herbst 2020. Danach übernahm das Bilderbuchmuseum Troisdorf große Teile der Ausstellung.

Illustrationen zu „Krabat“ begeisterten die Leser

Zu sehen sind in Europas einzigartigem Bilderbuchmuseum Originale von Franz Josef Tripp, der dem Räuber Hotzenplotz sein unverwechselbares Aussehen verlieh, aber auch Illustrationen zum Buch „Das kleine Gespenst“ schuf. Die Zeichnerin Winnie Gebhardt ist mit Bildern rund um „Die kleine Hexe“ oder „Der kleine Wassermann“ vertreten. Moderner wird es mit den Illustrations-Kolorierungen von Daniel Napp oder Mathias Weber.

Tripps Sohn Jan Peter schuf unter anderem freie Arbeiten zum Thema „Hotzenplotz“ ebenso wie Julian Sonntag, der eine Street-Art- und Fotografie-Serie im Ruhrgebiet zu dem berühmten Räuber entwickelte. 1971 erschien mit „Krabat“ ein weiterer Welterfolg Preußlers. Auch hier war es nicht nur der Text, der die Leser begeisterte. Vielmehr beeindruckten erneut die Illustrationen, die diesmal der Künstler und Illustrator Herbert Holzing beisteuerte.

Hexenstube und Räuberhöhle

Im Dezember 2008 übernahm das Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf große Teile des Bildnachlasses von Holzing. „In einer Überblicksschau werden diese Illustrationen zum ersten Mal im 1. Obergeschoss des Museums zusammenhängend der Öffentlichkeit präsentiert“, berichtete Liesen. Trotz der aktuell bestehenden Corona-Vorsichts- und Schutzmaßnahmen wird den kleinen Besuchern in der Preußler-Ausstellung und in der Holzing-Präsentation einiges geboten.

Neben spannenden Bastel- und Kreativstationen gibt es für sie eine Hexenstube, eine Räuberhöhle oder das Krabat-Zimmer des Müllermeisters zu entdecken, die die Museumspä­dagogin und Bühnenbauerin Lena Sofuoglu gestaltet hat.