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Innenstadtentwicklung in Troisdorf: Ein Stadtportal samt Kunstwerk

Innenstadtentwicklung in Troisdorf : Ein Stadtportal samt Kunstwerk

Erster Spatenstich für das neue Entrée zwischen Stadthalle und Rathaus. Die Wohn- und Lebensqualität in der oberen Kölner Straße soll verbessert werden. Eine drei Meter hohe Stahlskulptur des Bonner Künstlers Reinhard Puch kommt vor das Rathaus.

Ärmel aufkrempeln war nicht nötig, aber der Griff zum Spaten gekonnt: Gestern wurde nun mit dem ersten Spatenstich der Um- und Neubau des Stadteingangs zwischen Stadthalle und Rathaus in Angriff genommen.

Ein bisschen gearbeitet wurde indes schon, sagte Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski bei der Begrüßung zahlreich anwesender Gäste. Nach einigen Verzögerungen, weil noch nach Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht wurde – zum Glück erfolglos –, führt der Abwasserbetrieb der Stadt seit Mai bereits Kanalbauarbeiten durch. Ausgerechnet vor dem Fenster des Bürgermeisters, flachste Jablonski. Aber die Arbeiten machten schließlich Sinn, um nicht später noch einmal alles wieder aufreißen zu müssen.

Die Kosten des von Bund und Land geförderten Projektes belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro, davon wird das Land NRW 70 Prozent fördern. Der technische Beigeordnete Walter Schaaf betonte, dass die Arbeiten in einem Auftrag vergeben wurden, um die Bauphase so kostengünstig und kurz wie möglich zu halten.

Rathaus und Festplatz sollen gestalterische Einheit bilden

Die bisherige Fahrbahnbreite inklusive der beiden Busspuren wird halbiert, je Fahrspur stehen dann noch rund 3,50 Meter zur Verfügung. Dadurch wird Raum gewonnen, der zur Vergrößerung der Platzfläche zwischen Rathaus und Stadthalle genutzt wird, erklärte Ulrike Tesch, Leiterin des Amtes für Umwelt- und Klimaschutz der Verwaltung. Die Oberfläche des Platzes werde dann mit anthrazitfarbenen Betonsteinen gepflastert, wie man sie schon vom Vorplatz der Stadthalle kennt. Die neu gestaltete Fahrbahn wird schließlich durch eine etwa drei Zentimeter hohe Kante vom Platz abgegrenzt. Das sei gestalterisch so gewollt, sagte Timo Herrmann vom Planerbüro bbz in Berlin, das die Neugestaltung entworfen hat. Rathaus und Festplatz sollen, so Herrmann, ein Ensemble und somit eine gestalterische Einheit bilden. Dadurch werde auch der Zutritt in die Troisdorfer Innenstadt architektonisch gestärkt.

Und die „fußläufige Querungsmöglichkeit“ zwischen den beiden Platzflächen werde zudem noch gefördert. Dieser Stärkung wird auch ein Kunstwerk dienen, dass die ehemaligen Formel-D-Geschäftsführer Viola Metzner und Hans-Josef Orth gesponsert haben. Es handelt sich um eine drei Meter hohe Stahlskulptur des Bonner Künstlers Reinhard Puch. Das Kunstwerk wird Schleifen tragen mit dem in verschiedenen Sprachen ausgestanzten Wort „Begegnung“ und soll seinen Platz vor dem Rathaus finden. Nach Überzeugung von Walter Schaaf und des CO-Dezernenten Claus Chrispeels werde sich auch die Wohn- und Lebensqualität in der oberen Kölner Straße verbessern, weil durch den Neubau des Stadteingangs auch der Verkehr reduziert werde, was den Anwohnern zugute komme.

Denn zum einen wird die Geschwindigkeit am Stadteingang auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert, zum anderen werden künftig die Busse auf der Fahrbahn anhalten. Sie haben Vorrecht vor dem Individualverkehr und können nicht überholt werden. Der Durchgangsverkehr ist ohnehin schon durch die Verlängerung der Poststraße zur Sieglarer Straße hin umgeleitet worden. Und eine weitere gute Nachricht: Bis Karneval 2018 soll der Umbau weitgehend abgeschlossen sein.