Fluglärm Köln/Bonn UPS zieht laute Frachtmaschinen aus dem Verkehr

Köln/Bonn · Gute Nachrichten für fluglärmgeplagte Bürgerinnen und Bürger in den Flugschneisen des Flughafens Köln/Bonn. Die extrem lauten Frachtmaschinen vom Typ MD-11, gegen die Fluglärmgegner schon seit mehr als 30 Jahre kämpfen, werden endlich aus dem Verkehr gezogen. Das gab UPS bekannt.

Die MD-11 wird von UPS nicht mehr eingesetzt, auch nicht am Flughafen Köln/Bonn.

Die MD-11 wird von UPS nicht mehr eingesetzt, auch nicht am Flughafen Köln/Bonn.

Foto: UPS

Es hat gut 30 Jahre gedauert, doch jetzt sollen die letzten lauten Frachtmaschinen des Paketdienstleisters United Parcel Service (UPS) vom Flughafen Köln/Bonn verbannt werden. Das Unternehmen gab Montagnacht bekannt, dass es den Einsatz von MD-11 Flugzeugen in Deutschland für den regulären Betrieb am Flughafen Köln/Bonn einstellt. Die MD-11 werde durch den leiseren, treibstoffeffizienteren Flugzeugtyp 747-8 ersetzt, der zudem mehr Möglichkeiten für eine Nutzung von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff bietet, sobald ein größeres Angebot hiervon verfügbar ist.

„Wir sind sehr eng verbunden mit der Stadt Köln, wo wir uns seit 1986 mit dem Air Hub engagieren“, so Laura Lane, UPS Chief Corporate Affairs and Sustainability Officer. „Wir unterhalten hier über 3500 Arbeitsplätze und haben Köln zu einem Testfeld für neue nachhaltige Logistiklösungen gemacht. Ähnlich wie die Einführung unserer neuesten Lastenfahrräder und elektrischen Zustellfahrzeuge in der Innenstadt ist die Umstellung auf leisere und treibstoffeffizientere Flugzeuge ein Beleg für unser Commitment, das globale Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen.“

Noch vor gut zwei Jahren hatte UPS trotz heftiger Proteste am Einsatz der extrem lauten McDonnell Douglas MD-11 in Köln/Bonn festgehalten. Jetzt also der Sinneswandel. „Wir entwickeln unser Netzwerk ständig weiter, nicht nur um es effizienter zu machen, sondern auch um sicherzustellen, dass wir der bestmögliche Partner für die Gemeinden sind, in denen wir arbeiten und leben“, so Daniel Carrera, Präsident von UPS Europe.

Liminski und Krischer am Flughafen

Bei der Bekanntgabe der UPS-Entscheidung am Flughafen waren auch Nathanael Liminski (CDU), Landesminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei, und NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) zugegen. „Die Entscheidung von UPS, die MD-11 aus dem regulären Betrieb in Köln zu nehmen, ist ein starkes Zeichen der Verbundenheit zum Standort und eine gute Nachricht für die Anwohnerinnen und Anwohne“, sagt Liminski. UPS zeige damit, „dass ökonomische Dynamik, ökologische Verantwortung und soziale Umsicht durchaus vereinbar sind“.

UPS errichtete 1986 in Köln/Bonn die Luftfracht-Drehscheibe für Europa. Mitte der 1990er Jahre arbeiteten schon rund 2300 Mitarbeiter an diesem Standort. Nach Firmenangaben ist das Air Hub am Flughafen Köln/Bonn heute mit mehr als 3300 Mitarbeitern die größte Niederlassung von UPS außerhalb der USA.

UPS betreibt nach eigenen Angaben eine der größten Fluggesellschaften der Welt. Der Einsatz von neuen Technologien zur Verringerung der Lärmemissionen und des Treibstoffverbrauchs sei dem Unternehmen sehr wichtig, so Lane. Es entwickelte beispielsweise das sogenannte CDA-Verfahren (Continuous Descent Approach), bei dem ein Flugzeug in einem kontinuierlichen Sinkflug landet, sodass eine wiederholte Beschleunigung zur Aufrechterhaltung des richtigen Höhenniveaus nicht erforderlich ist. Dadurch reduzierten sich Treibstoffverbrauch und Emissionen. Außerdem verwende UPS zur Abfertigung der Flugzeuge jetzt hundert Prozent hydriertes Pflanzenöl (HVO) für große Bodengeräte, wie Hebevorrichtungen, Bandlader, Tankwagen und Enteisungsfahrzeuge.

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