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GFO Kliniken Troisdorf: neue Psychiatrie-Klinik in Sieglar

GFO Kliniken Troisdorf : Spatenstich für neue Psychiatrie-Klinik in Sieglar

Mit dem Neubau in Sieglar machen die GFO-Kliniken den ersten Schritt hin zur Zusammenlegung ihrer beiden Troisdorfer Standorte.

Die Bauhelme, die die Protagonisten am Mittwoch auf dem Gelände des Sankt Johannes Krankenhauses im Troisdorfer Stadtteil Sieglar trugen, hatten eine doppelte Funktion: Sie schützten beim symbolischen Spatenstich für die neue Psychiatrie der GFO (Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH) Kliniken Trois­dorf auch vor dem andauernden Regen. Regionaldirektor Andreas Heuser und Philipp Heistermann, Kaufmännischer Direktor, nutzten die Gelegenheit ungeachtet dessen, um zusammen mit dem Ärztlichen Direktor der Klinik, Gerd Lümmen, und Dagmar Götz einen Ausblick auf die anstehenden Bauarbeiten, aber auch auf die GFO-Zukunft in Troisdorf zu geben.

„Wir sind stolz, ein so großes wohnortnahes Angebot in unserem Portfolio zu haben und freuen uns jetzt schon auf die neuen Räume“, sagte Götz, die als Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie die kommissarische Leitung der Fachabteilung inne hat. Direkt neben dem Sankt Johannes Krankenhaus entsteht der Neubau für den Fachbereich Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Baukosten in Höhe von 23 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, die laut GFO aus Baupauschalen des Landes und Eigenmitteln der GFO finanziert werden. 40 stationäre Betten und 20 tagesklinische Plätze werden dann für die Versorgung psychiatrisch kranker Menschen vorgehalten. Die Zimmer werden behindertengerecht ausgestattet und verfügen über Telefon- und Internetanschluss.

Rund 25 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind psychisch krank

Wie groß der Bedarf ist, verdeutlichte Andreas Heuser: „Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde sind deutschlandweit rund 25 Prozent der Erwachsenen von einer psychischen Erkrankung betroffen – Tendenz steigend. Immer häufiger werden psychische Erkrankungen auch bei jungen Menschen diagnostiziert.“ Zugleich nahm der Regionaldirektor Anwohnern eine Sorge: „Hier entsteht keine Forensik, das muss ganz klar gesagt werden.“

Der Bagger hat schon Vorarbeit geleistet. Die Oberfläche ist abgetragen, das Grundstück ist munitions- und bombenfrei. Im ersten Quartal 2024 soll das neue Gebäude stehen. „Wir sehen ein großes Potential für die Troisdorfer Versorgung“, so Heuser. Philipp Heistermann ergänzte: „Der Bau ist so konzipiert, dass wir auf bis zu 100 Betten erweitern können.“ Zudem seien mehrere große Therapieräume geplant. „Bis alles fertig ist, werden wir aber auch die aktuell bestehende Zahl an Betten in diesem Bereich von 18 auf 40 erhöhen können“, so Heistermann. Das entsprechende Personal werde schon jetzt eingestellt.

Abteilungen sollen verlegt werden

Insgesamt 7420 Quadratmeter, die sich auf vier Stockwerke und ein Untergeschoss verteilen, stehen nach Fertigstellung zur Verfügung. Die Verantwortlichen bezeichnen den Neubau als ersten Schritt hin zur Verlegung der Kapazitäten des in der Innenstadt gelegenen Sankt-Josef-Hospitals nach Sieglar. Wie berichtet, plant die GFO ihre beiden Troisdorfer Kliniken am Sieglarer Standort zu vereinen.

„Wir schließen nicht die Abteilungen in Sankt Josef, wir verlegen sie“, betonte Gerd Lümmen. Er rechnet mit einem Zeitraum von sieben bis acht Jahren. Doppelstrukturen seien teuer und bei dem bestehenden Pflegepersonalmangel kaum zu leisten. „Durch unseren GFO-Verbund können wir aber sichere Arbeitsplätze bieten und stehen mit der einzigen Gynäkologie im Rhein-Sieg-Kreis, der internistischen und der neurologischen Abteilung sowie der Psychiatrie gut da“, so Lümmen.

Dem stimmte Heuser zu: „Wir sind kein privater Träger, sondern konfessionell unter dem Dach der Franziskanerinnen mit gesellschaftlicher Verantwortung.“ Man habe ein modernes und zeitgemäßes Krankenhaus und eine Struktur, die zukunftsfähig sei. „Wir halten an der Troisdorfer GFO nicht nur fest, wir bauen sie aus“, versicherte er.