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Auszeichnung für Troisdorfer Ehepaar: Höchster NRW-Preis für Flüchtlingshelfer Neudeck

Auszeichnung für Troisdorfer Ehepaar : Höchster NRW-Preis für Flüchtlingshelfer Neudeck

Posthum wird Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck mit dem Staatspreis NRW geehrt. Die Auszeichnung geht auch an seine Frau Christel, die vor allem im Hintergrund wirkte. Ministerpräsidentin Kraft würdigt das Lebenswerk des Troisdorfer Ehepaares - zugunsten von Flüchtlingen.

Der verstorbene Gründer der Organisationen Cap Anamur und Grünhelme, RupertNeudeck, und seine Frau Christel werden mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt. Das teilte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Freitag in Düsseldorf mit. Die höchste Auszeichnung des Landes wird erstmals posthum vergeben - der Journalist und Humanist RupertNeudeck war am 31. Mai mit 77 Jahren an den Folgen einer Herzoperation gestorben. Seine 73 alte Ehefrau Christel wird die gemeinsame Ehrung am 21. September in der Landeshauptstadt entgegennehmen.

Der Preis würdige das „humanitäre Lebenswerk“ derNeudecks und „ihre herausragenden Verdienste für Menschen in Not und Flüchtlinge aus aller Welt“, sagte Kraft. „Christel und Rupert Neudeck haben gemeinsam über Jahrzehnte ein großartiges Engagement gezeigt - als Team“, betonte die Regierungschefin“. Beide hätten mit großer Leidenschaft und in wirkungsvoller Arbeitsteilung gemeinsam dafür gekämpft, Leben zu retten.

Die Bilder der Flüchtlinge, eingepfercht in seeuntüchtige Boote, ließen das Ehepaar vor fast 40 Jahren „aus einer christlichen und humanitären Grundhaltung heraus“ aktiv werden, erinnerte Kraft. Auch heute gebe es diese Bilder wieder, sagte sie mit Blick auf die aktuellen Katastrophen im Mittelmeer mit tausenden Todesopfern. Das Ehepaar Neudeck habe auch vor Augen geführt, dass jeder helfen könne.

Auch das 2003 von beiden mitgegründete Friedenskorps Grünhelme habe wirksame Hilfe in vielen Ländern geleistet. Währende Rupert Neudeckselbst in aller Welt im Einsatz war, habe ChristelNeudeck die strategischen Entscheidungen für die internationalen Hilfseinsätze getroffen und die Aktionen koordiniert.

Der Staatspreis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird seit 1986 vergeben. Die Landesregierung zeichnet damit Menschen aus, die herausragende Leistungen erbracht haben und die NRW durch Werdegang und Wirken besonders verbunden sind.