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Wohnraum für 24 beeinträchtigte junge Menschen: Integratives Wohnen mitten in der Stadt

Wohnraum für 24 beeinträchtigte junge Menschen : Integratives Wohnen mitten in der Stadt

Am 1. März ist es soweit: Dort, wo früher neben der katholischen Kirche Sankt Hippolytus das Canisiushaus stand, ist eine neue Wohnanlage entstanden. Bauherrin ist die Josefs-Gesellschaft mit Sitz in Köln als Partner des Vereins "Villa Well", wobei das "Well" für "Wohnen ein Leben lang" steht.

Der Verein zählt Eltern von rund 40 beeinträchtigten jungen Erwachsenen zu seinen Mitgliedern. 24 davon werden in dem Appartementhaus wohnen können. Ein weiterer Verein, mit dem die Josefs-Gesellschaft in diesem Projekt partnerschaftlich zusammenarbeitet, ist der Spina Bifida Hydrocephalus-NRW (SBHC-NRW ).

"Die integrative Wohnanlage auf dem Grundstück des früheren Canisiushauses steht kurz vor ihrer Fertigstellung und ist komplett vermietet", sagte Marcel Stephan, zuständiger Projektleiter bei der Josefs-Gesellschaft. "Der 1. März ist der offizielle Bezugstermin."

Die Josefs-Gesellschaft als Bauherrin ist ein katholischer Träger von Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigung sowie Krankenhäusern und Altenheimen. Der Zeit- und Kostenplan für das Objekt, das 38 Menschen mit und ohne Beeinträchtigung eine Heimat sein wird, ist nach Stephans Angaben eingehalten worden.

Das für das reine Bauwerk veranschlagte Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Der Kölner Architekt Wilhelm Schulte hat das Objekt entwickelt, die Bauleitung hat das Troisdorfer Architekturbüro Jo Kneutgen.

17 Wohnungen in dem Komplex sind rollstuhlgerecht ausgebaut. Weil für die Finanzierung auch Mittel der Wohnbauförderung des Landes NRW eingesetzt wurden, ist der Mietpreis gedeckelt, so Stephan weiter. Er liegt bei maximal 5,75 Euro pro Quadratmeter.

Zwischen der Kirche Sankt Hippolytus, der Kaplanei und dem Neubau sei ein "Ort der Mitte" entstanden - eine als Platz gestaltete Außenanlage für die Bewohner. Marcel Stephan: "Unser Architekt Wilhelm Schulte hat uns eine Gestaltung dafür vorgeschlagen, die wir im Frühjahr realisieren lassen.

Die Arbeiten daran werden zum Bezugstermin noch nicht abgeschlossen sein." Die Kooperation mit den zuständigen Ämtern der Stadt Troisdorf bezeichnete Marcel Stephan als hervorragend. "Wir haben uns mit unserem Vorhaben jederzeit optimal unterstützt gefühlt."

Der städtische Co-Dezernent Claus Chrispeels: "Im Rahmen des Projektes ZiTi spielt die Stärkung des sozialen Zusammenlebens eine wichtige Rolle. Es ist uns wichtig, dass Menschen mit Einschränkungen in der Mitte unserer Gesellschaft leben können, und wir berücksichtigen dies bei der laufenden Erneuerung unserer Innenstadt.

Der Neubau der Josefs-Gesellschaft in unserem Zentrum ist dazu ein wichtiger Beitrag." Bauleiter Jo Kneutgen, Botschafter der Zukunftsinitiative Troisdorf Innenstadt (ZiTi): "Hervorheben möchte ich auch, dass die Bauherrin Gewerke einzeln vergeben hat, statt das gesamte Vorhaben etwa europaweit an einen Generalunternehmer zu vergeben. Auf diese Weise sind auch viele Unternehmen aus der Region zum Zuge gekommen."