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Missbrauchsvorwurf gegen Pfarrer in Troisdorf-Bergheim: Opfer sollen sich melden

Aufruf des Kölner Erzbistums : Missbrauchsvorwürfe gegen verstorbenen Troisdorfer Pfarrer

Gegen einen inzwischen verstorbenen Priester, der bis 1991 Pfarrer in Troisdorf-Bergheim war, besteht der bislang nicht nachgewiesene Verdacht der sexualisierten Gewalt. Das Erzbistum Köln ermutigt Betroffene, sich zu melden.

Es besteht der Verdacht, dass sich ein inzwischen verstorbener Priester aus dem Kreisdekanat Rhein-Sieg-Kreis in den 1970er- und 1980er-Jahren gegenüber Minderjährigen sexuell übergriffig verhalten haben soll. Wie das Erzbistum Köln mitteilt, ist er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1991 Pfarrer in Troisdorf-Bergheim gewesen. Zur weiteren Aufklärung hat sich die Stabsstelle Intervention des Erzbistums in Abstimmung mit den Beteiligten am Wochenende an die Öffentlichkeit gewandt und an den ehemaligen Einsatzorten des Priesters Aufrufe gestartet.

Die Kirchengemeinde Sankt Lambertus Troisdorf-Bergheim hat den Aufruf an Betroffene auch auf ihrer Internetseite veröffentlicht. In einer Stellungnahme zeigt sie sich betroffen: „Als Kirchengemeinde sind wir zugleich traurig und wütend, dass auch bei uns der Verdacht besteht, dass Menschen durch einen Kirchenmitarbeiter Leidvolles erfahren mussten.“ Die Gemeinde hoffe, dass durch Aufklärung und Hilfsangebote etwas davon gelindert werden könne. „Wir wollen alles in unserer Macht stehende tun, dass solche Verbrechen bei uns keinen Raum mehr haben“, so die Gemeinde. Sie bietet Unterstützung und Beratung über die Präventionsfachkräfte der Kirchengemeinde an.

Erzbistum Köln verspricht Hilfe

Das Erzbistum räumt ein, dass eine abschließende Klärung bei bereits verstorbenen Beschuldigten nur in den seltensten Fällen möglich sei. Man sehe sich aber den Betroffenen von sexualisierter Gewalt gegenüber in der Pflicht, allen Hinweisen nachzugehen, um den Sachverhalt möglichst umfänglich zu klären. „Das Erzbistum Köln nimmt jeden Fall oder Verdacht von sexuellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt sehr ernst und möchte jedem einzelnen Betroffenen die notwendige Hilfe und Unterstützung zukommen lassen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Da nur mit konkreten Hinweisen jeder (Verdachts-)Fall möglichst umfassend aufgearbeitet werden könne, ermutigt das Erzbistum Betroffene wie auch Zeugen, sich zu melden. Als externe Ansprechpartnerpartner nennt es Petra Dropmann, Telefon (0 15 25/2 82 57 03), E-Mail: petra.dropmann@erzbistum-koeln.de, sowie Peter Binot, Telefon (0172/2 90 15 34), E-Mail: peter.binot@erzbistum-koeln.de.

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(otn)