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Frauenzentren Troisdorf und Bad Honnef: Online-Schulung zur Prävention Sexualisierter Gewalt

Frauenzentren Troisdorf und Bad Honnef : Online-Schulung zur Prävention Sexualisierter Gewalt

Die Frauenzentren in Troisdorf und Bad Honnef bieten gemeinsam eine Schulung für Vereine und Institutionen an, um Mitarbeiter für den Umgang mit sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren: „Nein heißt Nein!“

Gewalt zeigt sich oft zunächst in kleinen Formen und Grenzüberschreitungen. Wann ein solcher Übergriff zur sexualisierten Gewalt wird, ist häufig Interpretationssache. Die beiden Fachberatungsstellen Frauenzentrum Troisdorf und Frauenzentrum Bad Honnef arbeiten bereits seit vier Jahren zusammen, um ein deutliches Zeichen gegen diese Form der Gewalt zu setzen – und um präventive Arbeit zu leisten. Zunächst entstand ein Plakat, das Unternehmen in ihren Räumen aufhängen können, um auf eine klare Linie im Umgang mit Übergriffen hinzuweisen.

Mit der Pandemie und der einhergehenden Veränderung des gesellschaftlichen Lebens ergaben sich auch Verschiebungen beim Thema Gewalt. Teilweise wird von einem Anstieg häuslicher Gewalt während verordneter Lockdowns und Quarantänesituationen ausgegangen. Zudem wurden Kinder und Jugendliche verstärkt Belästigungen im digitalen Raum ausgesetzt.

„Viele Fachkräfte haben da gesagt: Wir haben Bedarf“, berichtet Anouk Sterr, Fachkraft für die Prävention sexualisierter Gewalt im Frauenzentrum Bad Honnef. Also entwickelten die beiden Frauenzentren gemeinsam die Online-Basisschulung „Nein heißt Nein! Immer und überall“ für Institutionen, Vereine, Multiplikatoren und Mitarbeiter pädagogischer Einrichtungen.

Interaktive Vorträge

„Im Grunde profitieren wir von der Digitalisierung“, so Sterr. „Das erleichtert den Fachaustausch, man muss weniger fahren und wir können ortsübergreifend zusammenkommen.“ Ein übergeordnetes Ziel der Schulung ist, die Teilnehmer zu sensibilisieren und Institutionen Mut zu machen, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen.

Inhaltlich gehen die Fachberaterinnen darin zunächst auf die Begriffsklärung ein, stellen Daten, Fakten und rechtliche Grundlagen vor. Um die verschiedenen Perspektiven einzufangen und den Blick zu schärfen, wird interaktive Beteiligung in Kleingruppen und in Positionierungsübungen anhand von Fallbeispielen gefordert.

Schutzkonzept für evangelische Kirchengemeinde

Bisher wurden etwa sieben Schulungen mit jeweils bis zu 20 Teilnehmern abgehalten. Zuleydy Reyes Reyes vom Frauenzentrum Troisdorf schildert die ersten Erfahrungen: „Wir haben gemerkt, dass das Thema sexualisierte Gewalt sehr polarisierend ist.“ Für Vereine sei die Schulung auch eine Möglichkeit, klar zu formulieren, wie eine einheitliche Haltung aussehen könnte.

Der Troisdorfer Pfarrer Ingo Zöllich hat die Schulung bereits für etwa 35 seiner ehrenamtlichen Mitarbeiter gebucht und im vergangenen Frühjahr durchgeführt. Für die Kirchen im Rheinland gab es eine Vorgabe, jeweils Schutzkonzepte für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit erwachsenen Schutzsuchenden zu entwickeln.

Schulung bei Frauenzentren buchbar

Dafür suchten Zöllich und sein Team der evangelischen Kirchengemeinde Troisdorf unabhängige Partner außerhalb der Kirche. „Alle, die ehrenamtlich bei uns tätig sind, sollen geschult werden“, sagt er. „Von 15-jährigen Jugendmitarbeitern bis hin zu den Älteren, die es mitunter gar nicht gewohnt sind, über solche Themen zu sprechen.“

Die Frauenzentren haben einen gemeinsamen Handlungsleitfaden herausgegeben, der die wichtigsten Punkte im Umgang mit Grenzüberschreitungen, Opfern und Tätern auflistet. Die dreistündige Schulung kann bei beiden Beratungsstellen gebucht werden: www.frauenzentrum-badhonnef.de oder www.frauenzentrum-troisdorf.de.