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Rotter See in Troisdorf: Anwohner klagen über Müll und Lärm von Badegästen

Müll, Lärm und zugeparkte Straßen : Anwohner beklagen Zustände am Rotter See in Troisdorf

Am Rotter See sorgen Badegäste für laute Musik, Müll und Chaos. Anwohner fordern nun, dass der See gesperrt wird. Die Stadt Troisdorf will den Zugang zur Badestätte aber offen lassen - und verstärkt kontrollieren.

Die Hitzewelle sorgt überall für Andrang am Wasser. Am Rotter See in Troisdorf herrschte Dienstag zwar relative Ruhe, doch Anwohner beklagen sich über die Zustände. „Das ist schlimm hier, vor allem an den Wochenenden und wegen Corona“, sagte ein Anwohner, der gerade seinen Hund ausführte und namentlich nicht genannt werden möchte. Ruhestörer anzusprechen, das traue sich keiner von den Anwohnern. „Viele haben Angst.“ Und diejenigen, die es doch wagten, würden bedroht und weggescheucht.

Anwohner haben auch schon an den Bürgermeister geschrieben, mit der Bitte, den Rotter See zu sperren. „Wir haben auch eine Antwort bekommen“, so der Anwohner. Wenn man den Zugang zum See sperre, würden die Menschen andere Freiflächen in der Stadt aufsuchen, so die Antwort. „Spätestens nach der Schlägerei und dem Badeunfall vor Kurzem hätte man doch gute Gründe gehabt, den See abzusperren. Wir wünschen uns hier alle schlechtes Wetter.“

Straßen am Rotter See sind zugeparkt

Eine Anwohnerin, die sich an den GA gewandt hat, beklagt, dass der Ortsteil Rotter See an den Wochenenden „gnadenlos zugeparkt“ sei. „Der Rotter See ist keine Alternative für fehlende Schwimmmöglichkeiten“, schreibt sie zudem an die Stadt Troisdorf und fragt, wo das Ordnungsamt sei, um die Corona-Schutzverordnung durchzusetzen.

Das heiße Wetter, kein Freibad in Troisdorf – das sei „Chaos mit Ansage“. Es werde verbotenerweise gegrillt, Wasserpfeife geraucht, Müll liegen gelassen und laute Musik gespielt. „So geht es nicht“, meint die Anwohnerin. Im vergangenen Jahr hatte sie auch schon Missstände gemeldet. „Die Stadtverwaltung hat daraus nicht gelernt“, so die Frau.

„Die Schwere der Situation ist bekannt“, sagte Stadtsprecher Peter Sonnet auf Anfrage des GA. Die Stadt Troisdorf sorge im Rahmen ihrer personellen Möglichkeiten durch den städtischen Überwachungsdienst (Politessen) und den Ordnungsdienst für eine höchstmögliche Kontrolldichte vor Ort.

Zusätzlich würden gemischte Präsenzstreifen von Polizei- und Ordnungskräften durchgeführt. Die Polizei kontrolliert auch, ob Rettungs- und Fluchtwege frei sind. „Der Fokus der Überwachung liegt insbesondere bei schönem Wetter direkt am und rund um den Rotter See“, so Sonnet. Eine lückenlose Kontrolle könne in diesem stark frequentierten Bereich nicht erfolgen, da die Einsatzkräfte im gesamten Stadtgebiet tätig werden müssten.

„An den kommenden Wochenenden werden die Kontrollen intensiviert, um die geschilderte Situation zu entschärfen“, so Sonnet. Zwei Dixi-Toiletten seien vorhanden. Die Stadt habe zusätzlich zu den normalen Abfallbehältern 13 Mülltonnen am See verteilt. Gereinigt werde am Strand und rund um den See täglich von montags bis freitags, in den Sommermonaten zusätzlich jeden Sonntag und bei besonders gutem Wetter auch Samstag.

Das Baden im Rotter See wird toleriert, die Stadt kann aber keine Aufsichtspersonen stellen. Anfang August starb ein 35-jähriger Bonner bei einem Badeunfall. Seit 2001 gilt eine Satzung zur Nutzung der „Naherholungsanlage Rotter See“. Darin sind auch räumlich Grenzen gezogen: Die südliche Halbinsel ist Vereinsgelände für den Angelsportverein Sieglar, die Insel im Rotter See ist Fauna und Flora vorbehalten. Untersagt sind Zelten, Reiten, Bootfahren, Verkaufsstände und offenes Feuer (außer am Grillplatz). Hunde müssen an die Leine genommen werden und dürfen in den Sommermonaten nicht mit auf die Liegewiese der Badebucht.

Mehr Tickets für Oktopus-Freibad gefordert

In Siegburg dürfen in diesem Sommer nur maximal 500 Besucher pro Tag ins Oktopus-Freibad. Foto: Nadine Quadt

In Siegburg gibt es Stimmen, die angesichts der Hitzewelle die Begrenzung auf 500 Personen pro Tag im Oktopus-Freibad kritisieren. FDP und SPD fordern mehrere Schwimmzeiten, um mehr Menschen Zugang zum Schwimmbad zu ermöglichen. Laut André Kuchheuser, Leiter der Stadtbetriebe Siegburg AöR, ist das aber vor allem wegen des Personals nicht möglich. Es gibt zusätzliche Kräfte an der Kasse und für die Desinfektion von Toiletten und Handläufen. Das Sicherheits- und Infektionsschutzkonzept sei auf 500 Personen festgeschrieben.

Bis auf die vergangenen Hitzetage sei der Sommer sehr entspannt verlaufen. Mal kamen 150, mal auch nur 20 Badegäste. Bei Temperaturen über 30 Grad waren die Tickets in kürzester Zeit ausverkauft. „Es gibt keinen, der sich mehr wünscht, wieder 5000 reinzulassen als ich, schon alleine aus wirtschaftlichen Gründen“, sagte Kuchheuser. Das Freibad habe aktuell nur zehn Prozent seines Umsatzes. „Aber alles, was wir tun, dient denen, die im Bad sind.“