Angebot in Troisdorf Selbsthilfegruppe unterstützt von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen

Troisdorf · In Troisdorf entsteht eine Selbsthilfegruppe für Frauen, welche sexualisierte Gewalt erlebt haben. Gemeinsam können die Teilnehmerinnen einen liebevolleren Umgang mit dem eigenen Körper finden. Diese Ideen hat die Gründerin.

Frauen, die körperbezogene Gewalt erlebt haben, können sich in der Selbsthilfe gegenseitig unterstützen. (Symbolbild)

Frauen, die körperbezogene Gewalt erlebt haben, können sich in der Selbsthilfe gegenseitig unterstützen. (Symbolbild)

Foto: dpa/Fabian Sommer

Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben physische oder sexualisierte Gewalt. Und es werden immer mehr. Das belegen Zahlen des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2023. Eine Psychotherapie kann Betroffenen helfen, möglicherweise erlittene Traumata und belastende Erlebnisse zu verarbeiten. Doch der Weg zurück in ein angstfreies, selbstbestimmtes Leben ist häufig nicht einfach. Zusätzliche Unterstützung kann eine Selbsthilfegruppe bieten: Eine solche möchte eine Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis nun über die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen in Troisdorf gründen.

Die Frau, die selbst im Alter von 17 Jahren sexuelle Übergriffe erfuhr, will in der Öffentlichkeit anonym bleiben. Ihr Wunsch, eine Gruppe zu gründen, entstand aus eigenen Erfahrungen und dem Austausch mit anderen Betroffenen. Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann eine Therapie nicht ersetzen, deshalb ist eine erfolgte oder laufende Therapie Voraussetzung für die Teilnahme an der Gruppe. Die Gründerin profitierte selbst von einer psychotherapeutischen Behandlung, sagt sie. Die professionelle Betreuung lasse jedoch Lücken offen: „Mit dem Wunsch und den damit verbundenen Schwierigkeiten, wieder Nähe und Sexualität zuzulassen, fühle ich mich schon seit Jahren alleingelassen.“

Alle Frauen zwischen 20 und 40 Jahren, die regelmäßig nach Troisdorf kommen können, kommen für die Gruppe in Frage. Der genaue Ort ist bei Interesse zu erfragen. Alle Frauen, die ein positiveres Körpergefühl und eine selbstbestimmte Sexualität entwickeln möchten, sind eingeladen – insbesondere Frauen, die sexuelle Übergriffe oder körperbezogenes Mobbing erleben mussten. Im Zentrum stehen die Gegenwart und „der Blick nach vorne“.

Mindestens sechs feste Teilnehmerinnen, höchstens zehn, wünscht sich die Gründerin für einen guten Austausch. Vornehmlich sollen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig unterstützen. Vereinzelt könnten über die Selbsthilfeförderung der Krankenkassen Expertinnen eingeladen werden, wenn das gewünscht wird. Den Teilnehmerinnen entstehen dabei keine Kosten.

Gruppe wird gemeinsam gestaltet

Ein respektvoller Umgang und Schutz der in der Gruppe getroffenen Äußerungen ist unerlässlich. Die Gruppe soll ein sicheres Umfeld bilden, in dem Frauen ihre Wünsche und Bedürfnisse äußern können. Um den eigenen Körper wieder mehr wahrzunehmen, Selbstakzeptanz sowie ein besseres Gefühl zum Körper zu entwickeln, plant die Gründerin Meditationen und das gemeinsame Ausprobieren intuitiver Bewegungen zu Musik. „Ich erhoffe mir durch die Gruppe aber auch neue Anregungen und möchte die Treffen gemeinsam mit den anderen Teilnehmerinnen gestalten“, sagt sie.

Anmeldung und Nachfragen über die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Paritätischen unter 02241 / 94 99 99 oder vor Ort in Troisdorf, montags und mittwochs zwischen 9 und 14 Uhr, donnerstags von 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung oder per Mail an selbsthilfe-rhein-sieg@paritaet-nrw.org.