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Dorftrödel in Troisdorf: Stöbern nach alten und neuen Schätzen

Dorftrödel in Troisdorf : Stöbern nach alten und neuen Schätzen

Flohmärkte, eine Zeit lang gab es sie jedes Wochenende an verschiedenen Orten, doch sie scheinen verschwunden und sicher auch aufgrund der Pandemie. Kristin Siegberg will mit dem ersten Müllekovener Dorftrödel die Flohmarktkultur wieder zum Leben erwecken. Mit Erfolg.

Herrlicher Sonnenschein, bestens gelaunte Menschen, ein ganzes Dorf im Trödelrausch. Der erste Müllekovener Dorftrödel war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Bis zum frühen Samstagmorgen hatten sich 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet, um über den gesamten Samstag hinweg ihre „Schätze“ anzubieten.

Kristin Siegberg kommt aus der Veranstaltungsbranche. Bis vor sieben Jahren hat sie beispielsweise in Königswinter so manches Event auf die Beine gestellt. Vor 13 Jahren ist sie nach Müllekoven gezogen, ihrem Mann Christian hinterher. Zwei Söhne sind zwischenzeitlich aus der Ehe hervorgegangen, die bald sieben und fünf Jahre alt werden. „Ich wollte einfach mal sehen, zu was man die Müllekovener begeistern kann“, sagte die mit 33 Jahren jüngste Ortsvorsteherin Troisdorfs. „Ich musste mich erst durchbeißen“, berichtet sie, doch jetzt freue sie sich über den Erfolg. „Wenn sich die Veranstaltung durchsetzt, brauchen die Schul- und Kita-Mamis ihre Kisten nicht mehr in die Rheinauen zum großen Bonner Flohmarkt zu schleppen“.

Mit Hilfe von Plakaten und vielen medialen Kontakten, aber auch unterstützt durch die gute Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt, ist der erste Müllekovener Dorftrödel zustande gekommen. „Natürlich hat mich auch mein Mann unterstützt“, erzählt sie. Der Stellvertretender Fraktionsvorsitzende, Kreistagsabgeordnete und Stadtteilbeauftragte für Müllekoven und Bergheim ist tief im Ortsteil verwurzelt und hilft natürlich wo er kann.

 Kristin Siegberg ist die Organisatorin des Müllekovener Dorftrödels.
Kristin Siegberg ist die Organisatorin des Müllekovener Dorftrödels. Foto: Hans-Werner Klinkhammels

Und weil alles so gut geklappt hat, steht das Datum für den nächsten Trödel schon fest: am Samstag, 28. August, werden wieder die Garagentore geöffnet, die Carports zu Marktständen umfunktioniert und die Sonnenschirme herausgeholt. Und natürlich wird wieder alles, was den Anschein macht, Interesse wecken zu können, aus Keller und Schuppen hervorgeholt, damit es verkauft werden kann. „Ich hab zwar erst ein bisschen verkauft“, so informiert Elena Leusink-Gonzáles, „aber es macht richtig Spaß“. Und Werner Franke hat gemeinsam mit seiner Frau Dorothea, mit der er erst kürzlich Goldhochzeit feierte, sehr zur Freude der vorbeikommenden Kinder eine alte Schreibmaschine rausgestellt.

Die Lambertusstraße war bunt geschmückt mit Luftballons und Fähnchen, rund um die Gottfried Böhmsche Pfarrkirche Sankt Adelheid konnte alles ergattert werden, was das Trödelherz begehrt. Dazu die routinierte Flohmarktbeschickerin Stefanie Spieße: „Es läuft gut, immer ist jemand am Stand und alle sind gut gelaunt“. Sonja und Thomas Astor wohnen hier und verbinden ihren Spaziergang mit der Suche nach Trödelschnäppchen. Der Familie Rondorf geht es gar nicht so sehr ums Verkaufen selbst. „Wir freuen uns wenn die Menschen vorbeikommen und man einen „Verzäll“ halten kann. Das Miteinander ist doch das wichtigste.“ Darin sind sich die Generationen Inge und Johann sowie Anna und Yannick einig. Jetzt warten die Müllekovener Bewohner auf Ende August, wenn es wieder heißt: „Dorftrödel Müllekoven“.