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Tod im Rotter See in Troisdorf: Polizei ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung

35-Jähriger in Troisdorf tot geborgen : Polizei ermittelt nach Tod in Rotter See wegen unterlassener Hilfeleistung

Die Polizei ermittelt im Fall des 35-jährigen Bonners, der tot aus dem Rotter See in Troisdorf geborgen wurde, wegen unterlassener Hilfeleistung. Der Mann wurde zunächst vermisst, am vergangenen Dienstag wurde seine Leiche entdeckt und geborgen.

Am vergangenen Dienstagmorgen, 4. August, fand ein Schwimmer eine leblose Person, die auf dem Rotter See in Troisdorf trieb. Der Schwimmer alarmierte Polizei und Rettungsdienst über die Leitstelle der Polizei. Die Feuerwehr rückte mit einem Boot an und barg den leblosen Körper. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Wie die Polizei bekanntgab, handelte es sich bei dem Mann um den 35-jährigen Bonner, der seit Samstag, 1. August, vermisst wurde. „Nach den Ermittlungen handelt es sich um den Vermissten. Das kann man anhand von Fotos erkennen“, sagte Polizeisprecher Burkhard Rick am Einsatzort, zu dem auch Bekannte und die Familie des Verunglückten gekommen waren.

Ein Bestattungsunternehmen brachte den Leichnam in die Gerichtsmedizin, wo er obduziert wurde. Hinweise auf eine Gewalteinwirkung gebe es nicht, so Rick. „Es liegen keine äußeren Verletzungen vor.“ Wie und warum der Mann zu Tode gekommen ist, ist bisher nicht geklärt. „Das sollen die weiteren Ermittlungen ergeben“, so Rick, der einen internistischen Notfall nicht ausschloss. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus.

Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung

Unterdessen hat die Kreispolizei in Siegburg von Amts wegen eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung aufgenommen. Sebastian Buß, Pressesprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, konnte dazu am Mittwoch nichts sagen, weil die Akte noch nicht eingegangen sei. „Wir werden das prüfen“, so Buß.

Seit dem Abend des 1. August war der 35-Jährige verschwunden. Er war mit Freunden am Samstag an den See gekommen und baden gegangen. Nach GA-Informationen war er zuletzt auf einer aufblasbaren Flamingo-Insel auf dem See unterwegs gewesen und dann verschwunden. Als dann am Abend ein Gewitter drohte, verließen die Freunde den Rotter See. Der 35-Jährige war aber nicht zu finden.

Weil der Mann weder am Sonntag auf dem Handy erreichbar war, noch gesehen wurde, meldete ihn seine Freundin als vermisst. Es soll nicht ungewöhnlich gewesen sein, dass der 35-Jährige auch mal für mehrere Tage weg gewesen sei. Daher haben sich die Freunde offenbar zunächst keine Sorgen gemacht, weshalb sich die Freundin auch erst am Sonntag meldete.

Mehr als 100 Einsatzkräfte hatten am Sonntag und Montag den Rotter See nach dem 35-Jährigen abgesucht. Gegen 22.30 Uhr am Sonntag musste die Suche, an der neben der Troisdorfer Feuerwehr mit ihrer 46 Mann starken Wasserrettungseinheit auch die Hennefer Feuerwehr mit einem Sonarboot beteiligt war, wegen der Dunkelheit abgebrochen werden. Am Montag setzte die Kreispolizei die Suche mit einem Polizeiboot aus Köln, Polizeitauchern aus Wuppertal und einem Hubschrauber fort. Gegen 16.30 Uhr hatte auch die Polizei die Suche nach dem vermissten Mann ergebnislos eingestellt. Auch der Versuch, ihn über sein Mobiltelefon zu orten, scheiterte.

Der Rotter See ist offiziell ein Badesee, steht aber nicht unter Aufsicht, und es gibt auch keinen Bademeister. Wer darin schwimmen will, macht das auf eigene Gefahr. Die Stadt Troisdorf rät Besuchern daher, unbedingt die Baderegeln zu beachten. Vor allem sollen die Gäste nicht zu weit auf den See schwimmen. „Er hat seine Tücken und ist in der Mitte kalt und tief“, sagte Stadtsprecher Peter Sonnet. Immer wieder hätten sich in der Vergangenheit Menschen dort in gefährliche Situationen begeben. „Es hat auch schon Todesfälle dort gegeben“, so Sonnet.

Die Stadt bittet alle Badegäste darum, stets aufmerksam zu sein und Schwimmer, vor allem auch Kinder, im Blick zu behalten, um sie im Notfall retten zu können.