Schmuggel an Troisdorfer Scheinfirma Polizei findet 92 Kilo Marihuana in Weinlieferungen

Troisdorf · Ein 28-jähriger Mann soll Marihuana an eine Scheinfirma in Troisdorf geschmuggelt haben. Insgesamt 92 Kilo Cannabis sollten in verschiednen Lieferungen dorthin gebracht werden - versteckt in Weintransporten mit Fahrt durch Frankreich.

Die Bonner Polizei stellte insgesamt 92 Kilo Cannabis sicher. Ein mutmaßlicher Drogenschmugglerring lieferte es in Weintransporten an eine Scheinfirma nach Troisdorf.

Die Bonner Polizei stellte insgesamt 92 Kilo Cannabis sicher. Ein mutmaßlicher Drogenschmugglerring lieferte es in Weintransporten an eine Scheinfirma nach Troisdorf.

Foto: Polizei Bonn

Durch einen Zufallsfund ist die Polizei einem mutmaßlichen Drogenschmugglerring auf die Schliche gekommen: Getarnt als Weinlieferungen sind vermutlich wiederholt große Mengen Cannabis aus Frankreich an eine Scheinfirma in Troisdorf geliefert worden.

Wie die Bonner Polizei mitteilt, sind die Geschäfte der Drogenschmuggler durch Zufall bei einer Zollkontrolle Anfang April in Frankreich aufgeflogen. Am 6. April kontrollierte der französische Zoll einen Lkw, der Wein nach Deutschland liefern sollte. Die Zollbeamten entdeckten jedoch, dass im Inneren des Lieferwagens eine verdächtige Holzkiste eingearbeitet war, die sich mittig in den mit Weinkisten beladenen Paletten befand. In der Kiste entdeckten die französischen Zollbeamten gut 39 Kilo Marihuana. Der Fahrer wurde festgenommen.

Lieferung sollte an Scheinfirma in Troisdorf gehen

Mit Hilfe der Frachtpapiere stellten die Beamten fest, dass die Fracht an eine Scheinadresse in Troisdorf geliefert werden sollte, woraufhin sie die zuständige Bonner Polizei hinzuzogen. Bei den gemeinsamen Ermittlungen erfuhren die Beamten, dass bereits mehrere derartige Lieferungen in der Vergangenheit erfolgt waren. Des Weiteren stellte sich heraus, dass am 18. April eine weitere verdächtige Zustellung durch eine Spedition an die besagte Scheinfirma in Troisdorf erfolgen sollte.

Zivilfahnder der Bonner Polizei begleiteten diese Lieferung im Rahmen der Ermittlungen. Die Polizisten stellten dabei fest, dass zwei verdächtige Männer dem Lkw bis zur Lieferadresse folgten und dort in Kontakt mit dem Lkw-Fahrer traten. Zusammen lotsten sie den Lastwagen nach Spich und luden eine Palette ab. Einer der beiden, ein 71-Jähriger, fuhr dann mit einem Auto vom Ablageort weg, während sein 28-jähriger Komplize bei der Ladung blieb.

28-jähriger Logistiker in Untersuchungshaft

Die Polizisten griffen zu und nahmen den 28-Jährigen fest. Den 71-jährigen Mann stellten sie kurz darauf im Industriegebiet Spich. Dort wollte er in einen Kleintransporter steigen.

Auch im Spicher Industriegebiet und dem Zustellungsort der Lieferungen wurden die Ermittler fündig: In der abgestellten Palette mit Weinkartons befanden sich rund 41 Kilo Marihuana. Im Kleintransporter, in den der 71-Jährige steigen wollte, stellte die Polizei nochmals 15 Kilogramm Marihuana sicher. Daneben befanden sich in dem Wagen auch sieben leere Holzkisten, die vermutlich von vorherigen Lieferungen stammen.

Mehr als 92 Kilo Cannabis sichergestellt

Die Polizei stuft beide Verdächtigen als Logistiker ein. Sie beschlagnahmte daher ihre Mobiltelefone sowie 1000 Euro Bargeld und schriftliche Unterlagen, die sie mit sich führten. Beide Männer wurden dem Haftrichter vorgeführt, welcher für den 28-Jährigen Untersuchungshaft anordnete. Der ältere Beschuldigte wurde wegen fehlender Haftgründe auf freien Fuß gesetzt.

Die Polizei stellte bei ihren Ermittlungen fest, dass auch für Freitag, den 19. April, eine weitere vermeintliche Weinlieferung aus Spanien über Frankreich nach Troisdorf geplant war. Die Ermittler leiteten sie ins Polizeipräsidium Bonn um, wo sie abermals eine durch Paletten verborgene Holzkiste mit rund 36 Kilo Marihuana fanden. Insgesamt hat die Polizei so bereits gut 92 Kilogramm Cannabis sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

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