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Troisdorf: Schulen werden mit Millionen gefördert

Projekt „Gute Schule 2020“ im Rhein-Sieg-Kreis : Schulen in Troisdorf werden mit Millionen gefördert

Das Förderprojekt „Gute Schule 2020“ der früheren rot-grünen Landesregierung kommt nicht nur Schulen in Troisdorf zugute. Auch andere Kommunen wie Hennef oder Siegburg profitieren von den Millionen.

Die Stadt Troisdorf hat das Förderprogramm „Gute Schule 2020“ komplett abgeschöpft. Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski, der Technische Beigeordneter Walter Schaaf, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Peter Damaschek, und Projektleiter Victor Hill stellten am Montag in der Grundschule Roncallistraße vor, was mit den Geldern umgesetzt wurde und was noch geplant ist. „Gute Schule 2020“ war eines der letzten großen Projekte der rot-grünen Landesregierung, mit dem sie für die Jahre 2017 bis 2020 Städten und Gemeinden in NRW jährlich 500 Millionen Euro zur Verfügung stellten, um ihre Schulgebäude zu sanieren oder ihre Ausstattung zu verbessern. Zins und Tilgung der Kredite übernimmt die Landesregierung.

Indes waren die Fördermillionen trotz des hohen Bedarfs nicht in dem Maße abgefragt worden, wie man erwartet hätte. So hatte beispielsweise die Stadt Bonn zunächst nur 1,7 Millionen Euro der für sie bereitgestellten 7,3 Millionen Euro jährlich beansprucht. Weil bis Mitte 2018 erst knapp ein Drittel der für 2017 und 2018 vorgesehenen Mittel abgerufen worden war, wurde die Frist des Programms bis 2021 verlängert.

Mit solchen Schwierigkeiten hat die Stadt Troisdorf nicht zu kämpfen. Schon seit vielen Jahren leistet sich die Verwaltung einen Fachmann, der sich ausschließlich um Fördermittel kümmert. „Sie brauchen als Kommune jemanden wie bei uns Steffen Schrader, der die Stabsstelle Förderangelegenheiten bei der Stadt Troisdorf innehat, um all die Fördermöglichkeiten vollends ausschöpfen zu können“, sagte Jablonski. Bei der Bürgermeisterrunde in der vergangenen Woche sei er von mehreren Kollegen aus dem Rhein-Sieg-Kreis über seine Erfahrungen angesprochen worden.

Welche Kommune wieviel Geld aus dem Fördertopf erhält, regelt ein Verteilschlüssel, der sich zum einen an den Schülerzahlen, zum anderen an den Schlüsselzuweisungen des Landes orientiert, sodass finanzschwächere Kommunen im Verhältnis stärker unterstützt werden. Die Stadt Troisdorf erhält somit insgesamt einen Beitrag von 4 827 300 Euro, die bis zum letzten Euro auch genutzt werden sollen, sagte Schaaf.

Zum Vergleich: Die Stadt Hennef hat Stadtsprecher Dominique Müller-Grote zufolge Gesamtmittel in Höhe von 3 912 908 Euro zur Verfügung – und alles abgerufen. Siegburg erhält daraus ein Kontingent von rund 3,2 Millionen Euro, sagte Kämmerer Andreas Mast.

Rektorin Karin Söndgerath-Hurnik ist jedenfalls froh, dass an ihrer Schule an der Roncallistraße in Friedrich-Wilhelms-Hütte Flure und Klassenräume saniert wurden. 470 000 Euro investierte die Stadt hier. Die Klasse 3A von Juliane Rohrmeier und Yusuf Turan sieht jedenfalls gut aus mit dem Holzboden und der neuen höchstabsorbierenden Akustikdecke. Da wurde die Beleuchtung auch gleich auf LED umgestellt. Hier können sich die Schülerinnen und Schüler wohlfühlen. „Der Stadt Troisdorf sind die Einrichtungen für Kinder und Jugendlichen wichtig, das merken wir“, sagt die Schulleiterin, und der Bürgermeister greift das dankbar auf. „Wir haben seit 2000 schon etliche Maßnahmen über verschiedene Förderprogramme, aber auch aus eigenem Haushalt, in Schulen und Kindergärten durchgeführt. Schultoiletten und Fassaden sind saniert worden, an acht Schulen haben wir Photovoltaikanlagen installiert“, sagt er.

Mehrere Schulen im Stadtgebiet profitierten von der Landesförderung. In der Europaschule Am Bergacker wurden zum Beispiel Maßnahmen für fast drei Millionen Euro umgesetzt: Neue Türanlagen wurden angeschafft, Fluchtwege optimiert, Fenster und Leitungen erneuert und die Fassade saniert. Die Gemeinschaftsgrundschule Waldschule an der Heerstraße ist für rund 350 000 Euro energetisch saniert worden.

Und doch. Es gibt noch viel zu tun. „Diese Förderprogramme helfen uns, aber das Problem, das wir in Troisdorf haben, haben viele andere Kommunen in NRW auch. Viele Schulen sind noch aus den 50er und 60er Jahren, die letzten großen Schulneubauten stammen aus den 70er Jahren – dass die baulich abgängig sind, ist wohl klar. Landesweit tut sich da sicherlich ein Sanierungsstau in Milliardenhöhe auf“, sagt der Bürgermeister.

Beispiel Gertrud-Koch-Gesamtschule im Schulzentrum Sieglar: Ein Gutachten ergab einen Sanierungsbedarf von 30 Millionen Euro, ein Neubau würde 40 Millionen Euro kosten. „Die Planung steht, der Vertrag mit dem Sieger aus dem Architektenwettbewerb ist unterzeichnet“, erklärt Schaaf. Zurzeit sei man an der Entwurfsplanung, dann komme der Bauantrag, im Frühjahr 2021 soll der erste Spatenstich erfolgen. Die Baukosten trägt die Stadt Troisdorf zu 100 Prozent.

Dennoch gibt es noch Fördertöpfe, in denen noch Geld ist. Zum Beispiel aus dem Kommunalinvestitions-Fördergesetz, aus dem sogenannte Kleininvestitionen wie etwa die Umgestaltung eines Schulhofs finanziert werden können. An der Roncallischule soll auf diesem Weg und mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins einer von drei Schulhöfen umgestaltet werden. „Es gibt einen nicht zu unterschätzenden Effekt, wenn Schulen schöner werden“, sagt Söndgerath-Hurnik. „Je ordentlicher die Schule ist und je mehr Angebote es gibt, desto mehr wirkt sich das auf die Schüler aus, und es gibt weniger Vandalismus.“