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Auszeichnung für engagierte Lohmarerin: Verdienstkreuz für Manu Gardeweg aus Lohmar: Im Dauereinsatz für andere

Auszeichnung für engagierte Lohmarerin : Verdienstkreuz für Manu Gardeweg aus Lohmar: Im Dauereinsatz für andere

Manu Gardeweg engagiert sich für diejenigen, die Hilfe brauchen. Dafür erhielt sie nun das Verdienstkreuz.

Manu Gardeweg brennt für ihre ehrenamtliche Arbeit, sie sprüht vor Energie und Ideen. Das spürt jeder, der sie kennenlernt. Und davon zeugt das, was die Lohmarerin seit der Flüchtlingskrise 2015 mit ihrem Netzwerk „Lohmar hilft“ aufgebaut hat: ein Lager voll mit Hilfsgütern für Brandopfer, Flüchtlinge, Obdachlose und andere Bedürftige in der Region und in der ganzen Welt. Für ihren unermüdlichen humanitären Einsatz hat Gardeweg nun das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Landrat Sebastian Schuster überreichte ihr die Verleihungsurkunde im Kreishaus.

Senioren, Obdachlose, Brandopfer, Flüchtlinge – Gardewegs Herz gehört denjenigen, die Hilfe benötigen. Mit 18 Jahren hat sie angefangen, sich zu engagieren; zunächst 15 Jahre im Katastrophenschutz des Deutschen Roten Kreuzes in Köln, dann zog sie in den Oberbergischen Kreis und machte dort weiter.

„Panik kenne ich nicht, ich sehe die Dinge immer positiv“

Sie war als Rettungswagenfahrerin, ausgebildete ABC-Helferin und Einsatzleiterin aktiv, vergrößerte so kontinuierlich das Spektrum ihres uneigennützigen Einsatzes. Mit dem Ergebnis, dass die verheiratete Mutter eines erwachsenen Sohnes nahezu Vollzeit im Ehrenamt unterwegs ist. Für ihren Job als selbstständige Arbeitsvermittlerin bleibt kaum noch Zeit. „Sie sind jederzeit ansprechbar und erreichbar“, hob Schuster in seiner Laudatio hervor.

Es sind ihr herausragendes Engagement für Brandopfer und in der Flüchtlingshilfe, die in der Ordensbegründung besonders gelobt werden. 2015 war Gardeweg Teil einer Willkommenskultur im Kreis. Sie initiierte das Flüchtlingsnetzwerk Lohmar, baute in enger Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen Kleiderkammern auf, vermittelte Kontakte und koordinierte Projekte und diverse Maßnahmen. Was mit einer Kleiderkammer am Nogenter Platz in Siegburg begann, ist inzwischen zu einer 900 Quadratmeter großen Lagerhalle im Troisdorfer Industriegebiet, gefüllt mit Hilfsgütern aller Art, angewachsen. Dass sie immer wieder neue Hallen suchen musste, hat sie nicht entmutigt. „Panik kenne ich nicht, ich sehe die Dinge immer positiv“, sagte sie einmal dem GA. Mit jedem Umzug sei ihre Organisation besser und der Spendenumfang größer geworden.

Gnadenhof auf Privatgrundstück

Ihrem Netzwerk „Lohmar hilft“ gehören aktuell etwa 1000 Menschen an. Ehemalige Flüchtlinge sind dort in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigt. Hilfsgüter und Spenden gehen in selbstorganisierten Hilfstransporten nach Weißrußland, Serbien oder Griechenland, aber auch an Kleiderkammern und Tafeln in der Region. Nach dem verheerenden Brand an der ICE-Trasse im Siegburger Stadtteil Brückberg im August 2018 waren Gardeweg und ihr Team sofort zur Stelle – und für die Familien, die im Feuer ihr Hab und Gut verloren hatten, da. Auch zuletzt, als Flammen an der Luisenstraße mehrere Wohnungen unbewohnbar gemacht haben, trommelte sie Helfende und Hilfsmittel zusammen und akquirierte Spenden, um den Menschen, die vor dem Nichts standen, neuen Lebensmut zu vermitteln und einen würdigen Neustart zu ermöglichen.

„Sie haben mit Ihrem unermüdlichen Einsatz in erheblichem Maße dazu beigetragen, unzähligen Bedürftigen schnelle Hilfe in der Not zukommen zu lassen“, dankte Schuster. „Die direkte und unbürokratische Hilfe und die Menschen stehen für Sie stets im Vordergrund. Immer wieder entwickelten Sie dafür neue Ideen.“ Er erwähnte auch das Schulprojekt „Soziales“, das Gardeweg initiiert hat, um Schülern Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit, Menschlichkeit und Kommunalpolitik näherzubringen und sie zum Mitmachen zu motivieren.

Gardewegs Herz gehört auch den Tieren. So betreibt die Lohmarerin auf ihrem Privatgrundstück einen kleinen Gnadenhof für Tiere. „Und jetzt engagieren Sie sich auch noch bei uns im Kreistag“, sagte Schuster mit Blick auf das Kreistagsmandat, das die Grünenpolitikerin seit Kurzem innehat. „Sie sind eine besonders engagierte und zupackende Persönlichkeit, die sich nicht scheut, dauerhaft ihre Bedürfnisse hinter das Wohl von Mitmenschen anzustellen“, sagte Schuster und nannte die 55-Jährige ein „lebendiges Vorbild“.

Die steht selbst nicht gern im Mittelpunkt und dachte sogar bei der Ordensverleihung an andere: „Die Verleihung ist für mich eine Gruppenleistung, da ich seit Jahren Gleichgesinnte um mich sammele, um im sozialen Bereich weiterzukommen.“