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Fahrplanwechsel ab Dezember: Voreifel-Bahn fährt wieder im gewohnten 15-Minuten-Rhythmus

Fahrplanwechsel ab Dezember : Voreifel-Bahn fährt wieder im gewohnten 15-Minuten-Rhythmus

Die Beschwerden über einen Fahrplan, dessen Abfahrtszeiten in diesem Jahr ziemlich durcheinander waren, haben also doch etwas bewirkt: Die Bahnen der Linie S 23 ("Voreifel-Express") fahren ab 14. Dezember in der Hauptverkehrszeit wieder in einem 15-Minuten-Takt, den sich die Fahrgäste viel leichter merken können als den bisherigen 13/17er-"Humpeltakt".

Die Ankündigung, dass dieses Manko behoben wird, ist zwar schon ein halbes Jahr alt: Aber jetzt liegen die neuen Fahrpläne vor, die mit dem nächsten Fahrplanwechsel gelten. Und tatsächlich haben die Deutsche Bahn (DB) Regio NRW und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) Wort gehalten.

Wer künftig in Bonn-Hauptbahnhof einsteigt und nach Rheinbach will, kann zum Beispiel von 6.40 bis 9.10 Uhr alle 15 Minuten mit dem Zug fahren. Danach fahren die Züge dann wieder jede halbe Stunde bis 15.10 Uhr, bevor der 15-Minuten-Takt wieder bis 19.10 Uhr einsetzt .

Möglich wurde das durch eine Umstellung des Bahnbetriebsablaufes im Bahnhof Odendorf, wodurch einige Minuten gewonnen wurden und sich die Fahrzeit verringern kann. Dadurch ist es möglich, dass wieder ein "sauberer" 15-Minuten-Takt besteht.

"Humpeltakt" führte zu Einschränkungen für Berufstätige

Erleichtert reagierte die SPD-Stadtverordnete Gabi Mayer aus Duisdorf, die selbst jeden Morgen mit der Bahn nach Bonn unterwegs ist. "Endlich fährt die S 23 von Montag bis Freitag während der Hauptverkehrszeit wieder im gewohnten Takt", sagte sie und erinnert noch einmal an die große Beschwerdewelle, die dem vorausgegangen war.

Der "Humpeltakt" habe nach der Inbetriebnahme der neuen Haltepunkte Endenich-Nord und Alfter-Impekoven im Dezember 2014 für viele Berufstätige zu Einschränkungen geführt. Und die Proteste der Politik und insbesondere auch der Fahrgäste hätten zur Rückkehr zu den gewohnten Taktzeiten geführt, obwohl das angeblich wegen der neuen Züge und der längeren Schließzeiten der Türen nicht mehr möglich gewesen sei.

Dennoch ist nicht alles perfekt. "Besonders pünktlich ist die S 23 deshalb dennoch nicht", findet Mayer unterm Strich. Immer wieder gebe es Beschwerden der Fahrgäste über Verspätungen und über fehlende Informationen der Bahn dazu. Und die Abendverbindung am Samstag zum Geschäftsschluss in Bonn sei leider auch nach dem Fahrplanwechsel unverändert schlecht: "Hier ist noch nachzubessern."

Neue Abendfahrt um 20.43 Uhr

Neu ist allerdings eine Abendfahrt um 20.43 Uhr von Bonn nach Euskirchen, die es bisher nicht gab und die von Kunden und Angestellten in Bonner Geschäften an Samstagabenden bisher oft vermisst worden war.

Und noch eines wird probeweise eingeführt: Fahrgäste der Verstärkerfahrten nach Rheinbach (also jede zweite Bahn in der Hauptverkehrszeit) können künftig auch wochentags am Bahnhof Kottenforst aussteigen, wenn sie den Halteknopf im Zug drücken. Dies soll als Test dienen, ob dieser Haltepunkt von den Fahrgästen nachgefragt wird. Wer am Bahnhof Kottenforst mitgenommen werden möchte, sollte sich dort deutlich sichtbar auf den Bahnsteig stellen, so der Rat.

In der Tat bleiben die neuen Züge vom Typ Coradia Lint aber weiter störanfällig, bestätigte ein Nahverkehrs-Insider dem GA. Die Deutsche Bahn habe den Zügen eine neue Software aufgespielt, wodurch die Türschließzeiten sich verbessern sollen. "Es wurde in dieser Hinsicht viel getan, aber es ist auch noch Luft nach oben", befand der Experte.