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Wölfe in Eitorf: Rhein-Sieg-Kreis ist nun offizielles Wolfsgebiet

Naturschutz in der Region : Rhein-Sieg-Kreis zum offiziellen Wolfsgebiet erklärt

Nachdem im Wald bei Eitorf eine Wölfin mitsamt Nachwuchs entdeckt worden ist, hat die Landesregierung jetzt Teile des östlichen Rhein-Sieg-Kreises offiziell zum Wolfsgebiet erklärt. Dies hat Konsequenzen.

Jetzt sind Teile des östlichen Rhein-Sieg-Kreises auch offiziell Wolfsgebiet. Nach dem ersten Nachweis von Wolfsnachwuchs in NRW (wir berichteten) hat die Landesregierung zum Stichtag 20. August ein neues Wolfsgebiet „Oberbergisches Land“ ausgewiesen.

Im Rhein-Sieg-Kreis umfasst es alle rechtsrheinischen Kommunen mit Ausnahme von Troisdorf, Niederkassel, Sankt Augustin, Königswinter und Bad Honnef. Diese gehören indes weiterhin zur sogenannten Pufferzone um das Wolfsgebiet. Der linksrheinische  Rhein-Sieg-Kreis ist nicht einbezogen.

Wie Rainer Kötterheinrich, Leiter des Kreisumweltamtes, betont, ändert sich für die Waldbesucher damit nichts: „Wölfe meiden die Nähe des Menschen. Vor allem bei jungen und unerfahrenen Wölfen kann es aber vorkommen, dass die Neugier stärker ist als die Furcht.“

Nicht weglaufen, sondern laut in die Hände klatschen

Sollten Spaziergänger dennoch einem Wolf begegnen, sollten sie nicht versuchen, sich dem Tier zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern. Auch weglaufen sei keine gute Idee. Am besten stehenbleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurückzieht. Man könne den Wolf vertreiben, indem man laut in die Hände klatsche und mit den Armen winke.

Für die Nutztierhalter ändern sich dagegen einige Gegebenheiten. Die Fördermaßnahmen zum Herdenschutz bleiben bestehen. Zusätzlich kann jetzt aber die Anschaffung und die Ausbildung von Herdenschutzhunden ab einer Herde von 100 Tieren gefördert werden. Außerdem läuft jetzt die Frist: Wolfsrisse, die jetzt noch voll erstattet werden, werden im Wolfsgebiet Oberbergisches Land ab dem 20. August 2022 nur noch erstattet, wenn die Herde wolfssicher eingezäunt ist. „Ich empfehle die Angebote des Landes unbedingt wahrzunehmen, um ein gedeihliches Nebeneinander von Wolf, Schafen und Mensch zu ermöglichen“, so Kötterheinrich.

Katharina Stenglein, Projektleiterin "Der Wolf macht Schule" beim NABU NRW, verweist auf den "Nutzen" von Wölfen. Den versteh man erst, wenn man in die Komplexität von Ökosystemen blicke. Stenglein: „So ist an dem Spruch ‚Wo der ‚Wolf ist, wächst der Wald’ durchaus Wahres dran.

Natürlich haben die Wölfe hierzulande noch keinen enorm großen Einfluss auf die Wildtierdichte und somit potentiell den Verbiss, aber ein Blick in andere Länder zeigt, dass mit der Rückkehr von großen Beutegreifern (wie eben auch dem Wolf) sich die Biodiversität sogar verbessert und erhöht hat, und längst verschwundene Tier- und Pflanzenarten sich wieder ansiedeln konnten.“

Weitere Infos gibt es bei der Bezirksregierung und beim Kreisumwelttelefon unter ☏ 02241 13 22 00. Die Biologische Station informiert über die Ausleihe von Herdenschutzsets.