1. Region

Glosse: So gesehen: Fundsachen abzugeben

Glosse : So gesehen: Fundsachen abzugeben

Jeden Monat werden allerlei Fundsachen im Bad Honnefer Rathaus abgegeben. Sonnenbrillen, Geldbörsen und Schlüssel, die vergessen oder verbummelt wurden und die gewissenhafte Finder ins Fundbüro tragen.

Weil viele Sachen nicht abgeholt werden, findet am 10. September ab 14 Uhr im Foyer des Rathauses eine öffentliche Versteigerung statt. Nachdem sechs Monate lang keiner Anspruch auf die Fundsachen angemeldet hat, haben die Besitzer an dem Tag noch bis mittags die Möglichkeit, ihre Rechte geltend zu machen.

Dass sich niemand die Mühe macht, Stock- und Taschenschirme zurückzubekommen, ist ja nachvollziehbar. Aber auch mehrere Fahrräder, Brillen, Armbanduhren, Kleidungstücke, Schmuck, Mobiltelefone, eine Brieftasche, eine Stoffgeldbörse, ein Füllfedermäppchen ohne Inhalt, zwei Rucksäcke und drei Umhängetaschen werden offensichtlich nicht allzu sehr vermisst.

Ob das abgegebene Mädchen-Survival-Handbuch wohl einer jungen Ausreißerin gehört? Vielleicht wollte die junge Dame sich samt Solar-Taschenlampe auf den Weg in die große, weite Welt machen - und hat beides unterwegs verloren?

Drei Spielekonsolen, Kopfhörer samt tragbarem digitalen Medienabspielgerät und eine Shisha-Pfeife: Bestimmt haben diese Gegenstände ihren Besitzern einmal etwas bedeutet. Doch dann war ihre Zeit wohl abgelaufen. Das Nähkästchen wurde nicht mehr benötigt, ebenso der Herzfrequenzmesser ohne Gurt. Welche Geschichten im Einzelnen hinter den nicht abgeholten Fundsachen stecken, wird man wohl nie erfahren.