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Straßenbauarbeiten in Sinzig beendet

Straßenbauarbeiten in Sinzig beendet

Seit Oktober 2010 gab es Lärm und erhebliche Beeinträchtigungen in der Sinziger Innenstadt. Nun ist die langandauernste Straßenbaumaßnahme in der Barbarossastadt fertiggestellt.

Rund 750.000 Euro kostete die Wiederherstellung der Zehnthofstraße. Während 300.000 Euro über Landesmittel zur Stadtsanierung beigesteuert werden, muss das Gros der Kosten über Anliegerbeiträge sowie über einen Eigenanteil der Stadt Sinzig finanziert werden. Dass die Arbeiten so lange dauerten, waren keine Geringeren als die Römer schuld.

Zunächst waren es die Verlegung des Kanals und der Wasserleitungen, mit denen die Arbeiter im Sommer 2010 beschäftigt waren. Dann gab es plötzlich die ersten Unterbrechungen. Grund: Römische Funde wurden im Erdreich zutage gefördert. Römische Grundmauern und Reste einer klassischen römischen Fußbodenheizung, sogenannte Hypokausten, wurden in der Nähe des Pfarrhauses an der Zehnthofstraße gefunden. Bereits in den 80er-Jahren war man dort im Zuge von Gasleitungsarbeiten auf Hinterlassenschaften der Römer gestoßen.

Auf 16 Monate musste die Baumaßnahme verlängert werden. Schließlich galt es, Archäologen auf die Baustelle zu lassen. In penibler Handarbeit wurden die Funde freigelegt und kartiert, dann aber wieder zugeschüttet und überbaut. "Damit der Fundort nicht nur im Kartenmaterial existiert, sondern jedem zugänglich wird, haben wird die Grundrisse durch eine Pflasterfläche im Straßenbereich sichtbar gemacht", berichtete Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger. Ergänzt werden soll diese Pflasterfläche durch eine Infotafel, die an einer gegenüberliegenden Natursteinmauer angebracht werden soll.

Von der Gestaltung der neu entstandenen Straßen- sowie Parkplatzflächen zeigte sich das Sinziger Stadtoberhaupt bei einem Rundgang durchaus beeindruckt. "Was lange währt, wird endlich gut", sagte Kroeger, der insbesondere den Anliegern dankte, die über einen langen Zeitraum viel Geduld aufbringen mussten.

Sinzig und die Römer