Von der Jungholzhalle zum "Stadthaus Jungholzhof"

Das Neubau-Konzept der Stadt Meckenheim soll viele Probleme auf einen Schlag lösen

Von der Jungholzhalle zum "Stadthaus Jungholzhof"
Foto: Henry

Meckenheim. Viele Probleme könnte man mit einem Schlag lösen, ließe sich die Entwurfsstudie für das "Stadthaus Jungholzhof" verwirklichen. So pries Bürgermeisterin Yvonne Kempen dem Stadtrat das Konzept der Stadtverwaltung für einen Ersatzbau am Platz der Jungholzhalle an.

Er böte nicht nur Raum für Veranstaltungen und Feste, sondern könnte auch als zentraler Verwaltungsstandort dienen. Erstmals stellte Kempen diese Entwürfe vor. Sie stammen noch aus der Feder des Technischen Beigeordneten Joachim Schwister, der inzwischen gekündigt hat ( der GA berichtete).

Nach diesen Plänen soll die Jungholzhalle U-förmig umbaut werden. Unterkommen könnten in den sich gegenüber liegenden Gebäudeblöcken Büros der Stadtverwaltung, ein Kindergarten, Vereine oder Jugendräume. An der kurzen Seite des U wäre eine Feuerwache oder eine Rettungswache der Malteser denkbar.

Auch Sitzungsräume für Rat und Ausschüsse sowie Räume für den neuen Musikschul- und Volkshochschulzweckverband könnte es geben. Es solle "ein funktionaler und bezahlbarer Bau" entstehen, so Kempen. Vorteil sei, dass die Stadt dann nicht mehr eine Halle ganzjährig unterhalten und vermarkten müsse.

Das Lärmproblem mit dem Parkplatz wäre dann noch nicht gelöst. Bekanntlich sind die an- und abfahrenden Autos am Besucherparkplatz am Siebengebirgsring der Knackpunkt für die Lösung der Lärmschutzprobleme an der jetzigen Jungholzhalle. Raum zum Parken könnte auf dem jetzigen Areal der Jugendfreizeitstätte (Juze) neu entstehen, so Kempen.

Das Juze sei sehr teuer, wenig ausgelastet und zu groß, außerdem an diesem Standort unattraktiv. Stattdessen könnte man den Höhenunterschied an dieser Stelle des Geländes nutzen, um eine Zufahrt von der Königsberger Straße zum Parkplatz zu schaffen.

Auch eine "halboffene Parksituation", so Kempen, sei dort vorstellbar. In den "Katakomben" des neuen Komplexes könnten Jugendpartys stattfinden, ohne dass die neuen Räume im Erdgeschoss zu sehr in Mitleidenschaft gezogen würden.

Dieses Modell könne die leidige Rathaus-Frage lösen.

Das alte Rathaus an der Bahnhofstraße soll laut Kempen schon in diesem Jahr zum Verkauf freigegeben werden, wenn der Umzug in den Reginahof (Bahnhofstraße 25) und in den Baubetriebshof abgeschlossen ist. Der Mietvertrag für die Räume im Reginahof wiederum müsste nicht verlängert werden. Die städtischen Räume im Ruhrfeld könnten ebenfalls anderweitig genutzt werden.

Die Bürgermeisterin will versuchen, Rückzahlungen an das Land zu vermeiden. Hintergrund: Das ursprünglich für den Bau eines Rathauses reservierte Grundstück am Neuen Markt, auf dem nun ein Seniorenzentrum gebaut wird, wurde einst mit Landesmitteln erworben.

Nun muss die Stadt möglicherweise die Wertsteigerung des Grundstückes an das Land zurückzahlen. "Wir sprechen hier von 800 000 bis eine Million Euro." Sollte jedoch das Land den Standort der Jungholzhalle als Alternative akzeptieren, könnten diese Mittel in den Neubau investiert werden.

So würde das Ziel der Gebäudeoptimierung erreicht, und es werde unterm Strich kostengünstiger für die Stadt. Die Ratsmitglieder wollen nun mehr Informationen, um die Entwürfe überhaupt diskutieren zu können. Nach den Ferien soll der Hauptausschuss weiter beraten.

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